Proteste gegen die Privatisierung von AENA


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Höhere Gebühren, schlechtere Arbeitsbedingungen und die Schließung der kleinen Flughäfen werden befürchtet

In Santa Cruz gingen am 30. Oktober rund 400 Bürger auf die Straße, um gegen die Teilprivatisierung der spanischen Flugaufsicht und Flughafenverwaltung AENA zu protestieren.

Die Demonstranten fordern von der Regierung, den Prozess rückgängig zu machen, der schon private Aktionäre in das Unternehmen gebracht hat, die 21% der Anteile kontrollieren, und der nun durch den Börsengang vervollständigt werden soll. Dieser soll weitere 28% des Unternehmens in private Hand bringen, bis zu einem Gesamtanteil von 49%.

Der Demonstrationsmarsch startete von der Plaza Weyler oberhalb der Calle Castillo aus. Auf Transparenten war zu lesen: „Privatisieren ist gleich stehlen“ und „privater Flughafen, privater Gewinn“.

Organisiert hatten den Protest die Betriebsräte der beiden Flughäfen Teneriffas, fünf Parteien (die Kanarische Vereinigte Linke IUC, Si Se Puede SSP, Nueva Canarias NC, Socialistas por Tenerife XTfe und Nationalistische Kanarische Alternative ANC) sowie zehn Gewerkschaften.

Die Demonstranten warnten, es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Mehrheit der Anteile von AENA in private Hand gerate und dass die Privatisierung eine Verteuerung der Dienstleistungen sowie eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und der Flughafensicherheit mit sich bringen werde. Ebenso sei dadurch der Fortbestand der Flughäfen auf La Palma, El Hierro und La Gomera gefährdet, die Verluste machen, welche bisher durch die Gewinne der Airports auf Fuerteventura, Gran Canaria und Teneriffa ausgeglichen werden.

Auch die Kanarenregierung ist gegen die Umwandlung der Flughafenverwaltung in ein privat geführtes Unternehmen. Der kanarische Regierungsrat wird eine Petition an den Senat in Madrid richten, die fordert, den Generalausschuss der Autonomen Regionen zusammentreten zu lassen, um die weitere Privatisierung von AENA noch zu verhindern.

Die kanarischen Großunternehmen sehen die Privatisierung von AENA zwar positiv, dennoch hat bisher kein kapitalstarkes, regional ansässiges Unternehmen Interesse gezeigt, in diesem Bereich zu investieren. Zu wenig Einflussmöglichkeiten, da sich der Staat noch 51% vorbehält. So wartet man zunächst ab, wie sich die Werte an der Börse entwickeln.




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