Privatinvestor plant Freizeitpark im Steinbruch


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Projekt „Mimiland Park“

Dieser Tage überschlagen sich die Meldungen über das Projekt „Mimiland Park“ und dessen Initiator. Andrés Alonso, Präsident des im Tourismusgeschäft tätigen Familienunternehmens Grupo Hemi, plant, 30 Millionen Euro in den Bau eines 212.000 qm großen Familienfreizeitparks in einem stillgelegten Steinbruch in Güímar zu investieren.

Dem Tourismusunternehmer schwebt ein Fünfsterne-Luxushotel mit 22 Stockwerken und 500 Zimmern, ein Vergnügungspark mit 25 Attraktionen – darunter ein 64 m hohes Riesenrad –, ein Auditorium, ein Einkaufszentrum und ein 80 m hoher Aussichtsturm mit Restaurant – „dem höchsten Europas“ – sowie Souvenir-Häuschen in traditioneller Architektur vor, im Stil von „Disneyland Paris“. Während der zweijährigen Bauzeit könnten 600 direkte und 1.200 indirekte Arbeitsstellen geschaffen werden, die dem Initiator zufolge insbesondere an Einheimische vergeben werden sollen. Alonso gab bekannt: „das Geld ist vorhanden und verfügbar“. Er ist sich jedoch auch der bürokratischen Hürden bewusst, an denen sein Projekt scheitern könnte. Sollte es innerhalb von sieben Monaten keinen Fortschritt gegeben haben, werde er „Mimiland Park“ eben anderswo bauen, ließ er verlauten.

Laut der Tageszeitung El Día zeigte sich die Bürgermeisterin der Gemeinde sehr angetan von dem Vorhaben, könnte das Projekt doch die hohe Arbeitslosigkeit senken und den Tourismus in der Gemeinde fördern. Carlos Romero, Sprecher der Sozialisten im Gemeinderat, zweifelte dagegen die Ernsthaftigkeit des Vorhabens an und bezichtigte die Stadtvorsteherin, den Einwohnern unbegründete Hoffnungen zu machen. Pino de León, zuständige Ressortleiterin im Cabildo, soll das Projekt wiederum als „sehr interessant“ bezeichnet haben, auch weil auf diese Weise ein aufgegebener Steinbruch wieder hergerichtet und nutzbar gemacht werden könne. Allerdings wies de León darauf hin, dass zunächst das Areal umqualifiziert werden müsse, was ein umfangreiches behördliches Verfahren mit sich bringe. Darüber hinaus müssten die Risiken bei Bau und Betrieb eines Freizeitparks in dem stillgelegten Steinbruch aufs Genaueste abgeklärt werden.

Obwohl man an der Ernsthaftigkeit des Vorhabens zweifeln könnte, haben die Gemeindevertreter und Andrés Alonso dieser Tage das Projekt offiziell der Presse vorgestellt.




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