Polizei untersucht Tod eines illegalen Immigranten in Adeje


Der Mann starb an einem Herzinfarkt während der Arbeit

Anfang dieses Sommers sorgte der schlimme Arbeitsunfall eines 33-jährigen Schwarzarbeiters aus Bolivien in Spanien für helle Aufregung. Dem Mann, der in einer Bäckerei bei Valencia arbeitete, hatte eine Knetmaschine den linken Arm abgerissen.

Der Chef fuhr den Schwerverletzten in Richtung des nächstgelegenen Krankenhauses und warf den stark blutenden Mann 200 Meter von der Krankenhauseinfahrt entfernt aus dem Auto. Das amputierte Glied entsorgte man in der Bäckerei im Müll, um die Spuren des Unfalls zu beseitigen. Für die unterlassene Hilfeleistung muss der Chef des Schwarzarbeiters nun büßen, und natürlich wird er auch wegen Beschäftigung eines „Illegalen“ bestraft.

Nun hat sich offensichtlich ein ähnlicher Fall auf Teneriffa zugetragen, allerdings mit Todesfolge. Die Guardia Civil hat nach dem Tod eines Schwarzarbeiters aus Uruguay eine Untersuchung eingeleitet.

Luis Beltrán Larrosa Conde erlitt während der Arbeit in einem Lokal in Playa Paraíso – er war vom Eigentümer für einen Umbau beschäftigt worden – einen Herzinfarkt. Der Sohn des Opfers berichtet, der Eigentümer des Lokals habe dem am Boden liegenden Mann nicht geholfen bzw. ihn auf die Straße hinausgeschleift und sei dann wieder in sein Lokal zurückgekehrt, ohne den Rettungsdienst zu benachrichtigen. Pablo Larrosa versicherte der Polizei, dass ein Nachbar beobachten konnte, wie der Eigentümer des Lokals seinen Vater auf die Straße schleifte und sich nicht mehr um ihn kümmerte. Er habe daraufhin den Notruf gewählt. Im Krankenhaus wurde der Tod von Luis Beltrán Larrosa Conde aufgrund von Herzversagen festgestellt.

Der Arbeitgeber von Luis Beltrán, für den der Uruguayer nicht zum ersten Mal arbeitete, ist ein ehemaliger Beamter der Nationalpolizei. „Er wollte verhindern, dass bekannt wird, dass er einen Schwarzarbeiter beschäftigt“, sagt Pablo Larrosa.

Die Guardia Civil hat mittlerweile Anzeige gegen den Besitzer des Lokals erhoben und bemüht sich, die Todesumstände zu klären.




Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.