Plenum verbietet Feuerwerk an den Kostümen


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Santa Cruz zieht Konsequenzen aus dem schrecklichen Unfall der Karnevalskandidatin Saida

Nach dem schrecklichen Unfall bei der Gala zur Wahl der Karnevalskönigin von Santa Cruz, durch den die Kandidatin Saida Prieto Verbrennungen zweiten und dritten Grades an über 40% ihres Körpers erlitt (das Wochenblatt berichtete), hat das Plenum der Stadt Santa Cruz nun den Einsatz von Feuerwerkskörpern an den Kostümen der Karnevalskandidatinnen untersagt.

Der Antrag, der einstimmig verabschiedet wurde, sieht vor, die Richtlinien aller Karnevalswettbewerbe zu überprüfen und im Besonderen den Einsatz von Feuerwerkskörpern jeder Art, sowohl an den Kostümen der Kandidaten als auch in der Bühnenshow, ausdrücklich zu verbieten. Ebenso soll die Nutzung jedweder anderer Elemente, von denen eine Gefahr für die teilnehmenden Kandidaten oder das Publikum ausgehen könnte, untersagt werden.

In derselben Sitzung wurde auch die Untersuchung der politischen Verantwortung für den Unfall weitergeführt. Während der Stadtrat für die Organisation von Festlichkeiten, Fernando Ballesteros, von der Verantwortung für den Vorfall entlastet wurde, weil er nachweislich nicht über die Absicht des Designers Willy Jorge, Feuerwerkskörper in sein Kostüm zu integrieren, informiert war, musste sich die Sicherheitsbeauftragte und Sprecherin der Regierungspartei CC, Carmen Delia González, einer Reihe von unangenehmen Fragen stellen. Vonseiten der oppositionellen Partido Popular wurde ihre Amtsführung heftig kritisiert und die Amtsenthebung gefordert. Vor allem wurde sie wegen zweier widersprüchlicher Erklärungen, die sie kurz nach dem Unglück abgegeben hatte, ins Kreuzfeuer genommen.

González hatte zunächst erklärt, für die Verwendung der Feuerwerkskörper am Kostüm von Magnolia Cruz liege eine schriftliche Genehmigung vor, dies in einer zweiten Erklärung jedoch revidiert. In der Plenarsitzung erklärte die Stadträtin, sie habe nicht gelogen, sondern die Informationen dargelegt, die zum jeweiligen Zeitpunkt zur Verfügung standen. In dem Augenblick, da sie die wirkliche Sachlage erkannt hätte, habe sie die zweite Erklärung abgegeben. Dies sei ein Akt der Transparenz. Die Sicherheitsbeauftragte kritisierte ihrerseits die mediale „Hexenjagd“ auf ihre Person und konstatierte, dass die Partido Popular mehr daran interessiert sei, ihren Kopf zu fordern als die Wahrheit zu finden.

Der tragische Unfall bei der Königinnenwahl hat überall hohe Wellen geschlagen. Auch das Universitätskrankenhaus HUC, das die Erstbehandlung der Verbrennungen von Saida Prieto übernommen hatte, bis sie in eine Spezialklinik in Sevilla ausgeflogen wurde, sah sich gezwungen, einen seiner Verwaltungsangestellten zur Verantwortung zu ziehen.

Dieser soll einen Krankenbericht über Saidas Zustand in den sozialen Netzwerken veröffentlicht haben, was wiederum von den Medien aufgenommen wurde und in die öffentliche Berichterstattung einfloss.

Dank der Anzeige durch das Krankenhaus selbst und der Ermittlungen, die durch die hohe Zahl von Angestellten, die auf den Bericht hätten zugreifen können, erschwert wurden, gelang es der Polizei schließlich, den mutmaßlichen Verantwortlichen festzunehmen.




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