Pfarrer Walter Grunwald ist nach langer Krankheit im Alter von 74 Jahren verstorben


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„Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft“ (aus Psalm 62), so war am Tage seines Abschieds von dieser Welt, am 24. Oktober in der Losung der Herrnhuter Brüdergemeine zu lesen. Ein tröstliches Wort für einen so umtriebigen Menschen wie Walter Grunwald es trotz seiner zwei Herzoperationen Zeit seines Lebens war. Nach einem schaffensvollen, unruhigen Leben hat er nun in seiner Heimatstadt Eckernförde Frieden gefunden.

Viele werden sich an ihn erinnern, als er 1976 mit seiner Familie von der EKD nach Teneriffa mit dem Ziel entsandt wurde, in der Provinz Santa Cruz de Tenerife eine evangelische Kirchengemeinde aufzubauen.

Sein Organisationstalent, sein Tatendrang und vor allem seine Kontaktfreudigkeit und spontane Hilfsbereitschaft kamen bei dieser großen Aufgabe erfolgreich zum Einsatz.

Pfarrer Grunwald hielt Gottesdienste ab in Puerto de la Cruz (Anglikanische Kirche), Santa Cruz (Iglesia San Jorge), Punta del Hidalgo (Altagay), Los Cristianos (Casa Sueca) und auf La Palma. Ausserdem erteilte er Religionsunterricht an den Deutschen Schulen in Puerto de la Cruz und Santa Cruz (Enrique Wolfson), sowie Konfirmandenunterricht. Er kümmerte sich um deutsche Touristen in den hiesigen Krankenhäusern und war Seelsorger für deutsche Gefängnisinsassen. Einen schuldlos Inhaftierten ließ er sogar bei einer „Nacht- und Nebelaktion“ nach Deutschland ausfliegen.

Dieses umfangreiche Betätigungsfeld – dazu noch die vielen Kilometer, die gefahren werden mussten – war nur mit der Unterstützung seiner Familie möglich. So konnte er trotz seiner ersten Herzoperation im Jahr 1982 weitere vier Jahre seine vielen Aufgaben in der von ihm aufgebauten Gemeinde in der Provinz Santa Cruz de Tenerife erfüllen.

Wir beten für Walter Grunwald und unsere Gedanken sind bei seiner Familie.

Traudl Famulla

Mitglied des Kirchenvorstands der deutschsprachigen evangelischen Kirchengemeinde Teneriffa-Nord




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