Paulino Rivero: „Die Kanaren hinken dem spanischen Festland dreißig Jahre hinterher“


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Der kanarische Regierungs­chef Paulino Rivero (CC) ist der Ansicht, dass die Kanarischen Inseln in der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung dem spanischen Festland dreißig Jahre hinterherhinken, was nach seinem Ermessen dazu geführt hat, dass die Canarios die im Laufe der Geschichte seit Beginn des Dezentralisierungsprozesses von Spanien und der Schaffung der Autonomien die am stärksten Benachteiligten sind.

So äußerte sich Rivero im Rahmen eines Interviews mit dem Radiosender Cadena SER am 13. April, in dem er außerdem auch die „his­torische Schuld“ des spanischen Staates gegenüber den Kanaren ansprach.

Rivero hält es für notwendig, sich mit der Opposition zu beraten, um das Finanzierungsdefizit von Staats­seite zu bewerten. Als nachahmenswertes Beispiel führte er Extremadura an, wo sich PSOE, PP und Vertreter aus dem wirtschaftlichen und sozialen Umfeld zusammengetan haben, um die historische Schuld des Staates gegenüber der autonomen Region zu bewerten. Der kanarische Regierungschef ist der Meinung, dass dies in Extremadura geschehen ist, nachdem die dortigen Politiker erkannt haben, wie der Staat seine historische Schuld gegen-über den autonomen Regionen Katalonien und Andalusien eingeräumt hat und nun mit den Balearen, Aragonien und Galicien verhandelt. „In diesen Regionen regieren die Sozia- listen und ihnen wurde die his­torische Schuld zuerkannt, aber was geschieht mit den Canarios?“, fragte sich Rivero im Interview. Dass die spanische Regierung „in Schwierigkeiten“ ist, räumte auch Rivero ein und betonte, dass es in ers­ter Linie wichtig sei, dass eingestanden wird, dass eine Schuld besteht.




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