Partei-Panorama


Kommunalwahl 2011 in Puerto de la Cruz

In Puerto de la Cruz gehen fünf Parteien in den Wahlkampf. Die traditionellen Parteien Coalición Canaria (CC), Partido Socialista (PSOE) und Partido Popular (PP) bekommen Konkurrenz von der erst knapp ein Jahr jungen alternativen Bürgerpartei Vecinos x el Puerto (VxP) und den Grünen (Los Verdes).

Für die regierende CC tritt Bürgermeister Marcos Brito zur Wiederwahl an, der erneut PSOE-Rivalin Dolores Padrón gegenübersteht. 2007 hatte Brito den Bürgermeisterstuhl für die sozialistische Politikerin frei machen müssen, als diese bei der Kommunalwahl nach einer knapp verfehlten absoluten Mehrheit durch eine Koalition mit der PP an die Macht kam. Brito hätte damals nur zu gern seinen Posten behalten und ebenfalls die PP genutzt, um eine Koalition zu bilden, wäre da nicht seine persönliche Abneigung gegen PP-Spitzenkandidatin Eva Navarro gewesen. So schlossen Dolores Padrón als erste Bürgermeisterin und Navarro als ihre Stellvertreterin ein Bündnis, dass jedoch nicht lange hielt und schließlich an Meinungsverschiedenheiten der beiden Frauen zerbrach. Dolores Padrón regierte danach noch eine Zeitlang in der Minderheit, bis sie im Oktober 2009 von Marcos Brito per Misstrauensantrag abgelöst wurde. Brito, der sich nach Eva Navarros Ausscheiden aus der PP-Fraktion Puerto de la Cruz plötzlich wieder hervorragend mit den Kollegen der PP verstand, kam durch eine Koalition mit dem ehemaligen Partner wieder an die Macht.

Marcos Brito, der neulich in einem Interview mit der Zeitung El Día zugab, dass die Stadt „bankrott“ ist, möchte Puerto de la Cruz wieder flott machen. Er ist der Auffassung, dass eine Verlängerung seiner Amtszeit Puerto de la Cruz vor­an bringen wird. Allerdings werde es zwischen acht und zwölf Jahre dauern, bis das wirtschaftliche und finanzielle Gleichgewicht wieder hergestellt wird. Dass die Stadt in einem immensen Schuldenberg versinkt, schreibt er der Unfähigkeit der Sozialisten während ihrer Regierungszeit zu. Dass diese ihn in nur knapp zwei Jahren Regierungszeit angehäuft haben sollen, ist wohl zweifelhaft.

Dolores Padrón kandidiert erneut für den Bürgermeisterposten und möchte ihr 2007 begonnenes Projekt für eine moderne und dynamische Stadt fortsetzen. Wichtige Punkte ihres Wahlprogramms sind die Wirtschafts- und folglich Tourismusförderung, der Ausbau der Stadt in einem modernen Design und die Wiederbelebung kultureller Veranstaltungen wie das Straßenfestival Mueca oder das Ökologische Filmfestival.

PP-Bürgermeisterkandidat Sebastián Ledesma verspricht unterdessen „Sparsamkeit, Verantwortungsbewusstsein und Wirksamkeit“ und verkündete im Namen seiner Fraktion, man wolle „die Vergangenheit mit den begangenen Fehlern und nicht getroffenen Entscheidungen hinter sich lassen und in die Gegenwart und die Zukunft blicken“. Die Erneuerung und Modernisierung des touristischen Angebots und der dazugehörigen Infrastrukturen, die Umwandlung des leerstehenden Taoro-Gebäudes in ein Luxushotel und Unesco-Sitz auf den Kanaren sowie die gezielte Förderung des seit Jahren stagnierenden Hafenprojekts der Stadt sind Teil des PP-Wahlprogramms.

Die neue Partei VxP will mit dem Wahlkampf-Motto „Embárcate por el Puerto“ (etwa „Engagiere Dich für Puerto“) die Bürger zu einer aktiven Teilnahme an der Lokalpolitik und dem Gemeindegeschehen animieren. 

José Ramón Carrillo Rodríguez, der für die grüne Partei Los Verdes, in den Wahlkampf tritt, hält – ebenso wie die Sozialisten und CC – die Sanierung des Gemeindehaushalts für die dringlichste Aufgabe. Die Grünen wollen außerdem die Nutzung erneuerbarer Energiequellen fördern, stabile Arbeitsplätze schaffen und eine ökologische Landwirtschaftskooperative gründen, aus der die Produkte für die städtischen Schulen und Kindergärten geliefert werden sollen.




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