Panik oder Panikmache?


87 Fluggäste gingen nicht an Bord, weil ein technisches Problem gemeldet worden war – Airline warnt vor „Psychose“

Nach dem schrecklichen Flugzeug­unglück in Madrid häufen sich die Nachrichten über Verspätungen von Maschinen wegen technischer Probleme – Vorkommnisse, die unter normalen Umständen vermutlich keine Meldung wert wären, weil sie einfach zum Alltag in der Luftfahrt gehören.

Die Fluggäste werden dadurch mehr und mehr verunsichert, was möglicherweise auch erklärt, warum sich am 3. September 87 Passagiere auf Teneriffas Südflughafen weigerten, mit einer Boeing 737-800 zu fliegen, weil ein technisches Problem gemeldet worden war. Der Air Europa-Flug UX5173 sollte planmäßig um 08.10 Uhr von Teneriffa-Süd nach Salamanca starten. Die Passagiere wurden vor dem Boarding über ein Problem an einem Frostschutzventil informiert, weshalb die Maschine nur bis nach Madrid fliegen würde um sie von dort mit einem zweiten Flug weiterzubefördern.

Ob die 87 Passagiere, die nicht an Bord gingen und eine spätere Maschine nahmen, dies nur taten, um das Umsteigen in Madrid zu umgehen oder tatsächlich aus Flugangst ist unklar. Sprecher von Air Europa versicherten, dass die Sicherheit auf dem Flug UX5173 vollkommen gewährleistet gewesen sei. Dennoch habe man den Fluggästen, die verlangten, auf eine andere Maschine umgebucht zu werden, die Kosten nicht berechnet. Damit wurde von der Airline zwar Verständnis für die seit dem 20. August 2008 herrschende Unsicherheit von Fluggästen signalisiert, andererseits aber auch festgestellt, „dass dieser Vorfall sich ohne die durch das Flugzeugunglück in Madrid hervorgerufene Psychose nicht ereignet hätte“. Die Airline hat dazu aufgerufen „gemeinsam gegen diesen sich verbreitenden Angstzustand vorzugehen.“

Air Europa hat in Zeitungsanzeigen Meldungen verschiedener Medien dementiert, die berichtet hatten, die Passagiere hätten sich bereits an Bord befunden, als der Pilot über die Routenänderung informierte worauf 87 von ihnen verlangten, die Maschine wieder zu verlassen. Tatsache sei jedoch gewesen, dass die Information bereits vor den Einsteigen erfolgte. Daraufhin mussten die Personen, die nicht mitfliegen wollten, ihr Gepäck identifizieren, das wieder ausgeladen wurde. 




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