Olivenöl Marke Teneriffa


© Ayto. Arico

In der Weinkellerei Cumbres de Abona wird das erste Olivenöl Teneriffas hergestellt

Diversifikation heißt heutzutage das Zauberwort in der Wirtschaft, auch in der Landwirtschaft. Traditionell lebt dieser Sektor auf den Kanaren vom Anbau verschiedener Früchte- und Gemüsesorten wie Bananen, Tomaten oder Kartoffeln. In den letzten Jahren sind auch immer mehr Weinberge hinzugekommen, denn der Inselwein erlebt durch seine wieder gewonnene Qualität einen Aufschwung. Die neuen Plantagen, die jetzt im Süden Teneriffas entstehen sollen, werden nicht zuletzt auch dem Weinbau zugute kommen.

Am 31. Dezember 2005 wurden in der Gemeinde Arico im Süden Teneriffas die ersten Liter Olivenöl gepresst, ein neues kanarisches Produkt, das 2006 erstmals probeweise vertrieben werden soll. Die notwendige Maschinerie wurde von der Sparkasse Caja Rural gespendet und in der Weinkellerei Cumbres de Abona untergebracht, wo also künftig nicht mehr nur Weintrauben gepresst werden.

Nachdem am Silvestertag die ersten 300 kg Oliven durch die Presse gelaufen waren, schilderte der Präsident der Weinkellerei Abona und Landwirtschaftsbeauftragte der Gemeinde Arico, Manuel Marrero, die Gründe für den „Olivenöl-Versuch“. Natürlich müsse man nun noch einige Wochen warten, um das frischgepresste Olivenöl kosten zu können, doch immerhin seien aus 300 kg Oliven 60 l Öl herausgepresst worden.

Regenwasser genügt

Olivenbaumplantagen, betonte Marrero, benötigen nicht viel Arbeitskraft, sie sind, was die Bewässerung angeht, genügsam, halten auch Sturm und Unwetter stand und sind das ganze Jahr über grün. Ein weiterer Vorteil ist, dass Olivenbäume von Meereshöhe bis auf 1.400 m über dem Meeresspiegel gedeihen und jeder Baum etwa 50 kg Früchte trägt. Die Olivenbäume können außerdem zwischen die Weinreben gepflanzt werden und bilden einen Windschutz für die Trauben.

Die meisten der 2.000 Olivenbäume, die auf Teneriffa gepflanzt wurden, findet man in den landwirtschaftlichen Gebieten um Arico und Granadilla de Abona. In Gewächshäusern wachsen etwa 1.000 Olivenbäume heran und noch im Januar soll eine Lieferung aus Tarragona 4.000 weitere Bäume auf die Insel bringen, um sie an Landwirte zu verkaufen, die sich für die Diversifikation entscheiden. Man hat sich für eine Olivenbaumart aus Tarragona entschieden, weil diese für ihre Qualität bekannt ist, berichtet Marrero.

Das von der Gemeide Arico und der Weinkellerei Cumbres de Abona initiierte Projekt hat bereits das Interesse zahlreicher Landwirte geweckt. „Wir haben schon Anfragen aus verschiedenen Gemeinden erhalten und es wurden schon Olivenbäume bis nach Los Realejos verkauft“, freut sich Manuel Marrero über den Erfolg.

Die Olivenölproduktion soll auf Teneriffa in erster Linie der Versorgung des lokalen Marktes dienen. Manuel Marrero betonte in diesem Zusammenhang, dass etwa 15 Olivenbäume den Jahresbedarf an Olivenöl einer vierköpfigen Familien decken.




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