„Ohne Journalismus keine Demokratie“


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Protestkundgebungen gegen Stellenabbau bei den Medien

In den vergangenen vier Jahren haben mehr als 6.000 Journalisten ihren Arbeitsplatz verloren, 500 davon allein auf den Kanarischen Inseln.

Madrid – Am 3. Mai haben deshalb in mehr als fünfzig spanischen Städten Journalisten unter dem Motto „Ohne Journalismus keine Demokratie“ an Protestmärschen teilgenommen, um gegen die drastische Schließung von Redaktionen, schlechte Bezahlung sowie gegen die Tatsache zu protestieren, dass immer mehr Fachkräfte durch Praktikanten ersetzt werden.

Auch in Santa Cruz fanden sich Journalisten zu einem Protestmarsch zusammen, der mit einer Kundgebung anlässlich des Welttages der Pressefreiheit auf der Plaza de España endete.

„Auf den Kanaren haben etwa 500 Journalisten ihre Stelle verloren, und zwanzig Informationsmedien mussten seit Beginn der Wirtschaftkrise schliessen“, erklärte Juan Galarza, Präsident des Presseverbandes von Teneriffa APT bei seiner Ansprache. „Das Problem der Arbeitslosigkeit und der schlechten Arbeitsbedingungen gibt es inzwischen in vielen Berufszweigen. Bei den Journalisten wirkt es sich jedoch auf die Qualität der Berichterstattung aus und damit auch auf die Demokratie“, klagte der Sprecher des Presseverbandes an. „In vielen Ländern der Erde ist die Situation der Journalisten noch wesentlich schlimmer, denn sie arbeiten unter Lebensgefahr, und es gibt keine Pressefreiheit“, erklärte Galarza an anderer Stelle, „doch in Spanien gehen schlechte Arbeitsbedingungen und Qualitätsverringerung im Informationswesen Hand in Hand, und das bleibt von der Bevölkerung natürlich nicht unbemerkt“, warnte er.

Die Kundgebung wurde auch vom Verband der Sportpresse und der Gewerkschaft Union der Berufe des Kommunikationswesens der Kanaren UPCC unterstützt.

Die Journalisten Hortensia Fernández und Enrique Hernández verlasen ein Manifest des spanischen Journalistenverbandes FAPE, das gleichzeitig bei allen Kundgebungen in Spanien bekanntgemacht wurde. Angesichts der alarmierenden Beschränkungen der journalistischen Arbeit, wie der Schließung von Redaktionen, Gehaltskürzungen, des Ersatzes von Fachjournalisten durch Praktikanten und Arbeitsverträgen mit Hungerlöhnen sei es sehr schwierig, dem Druck der Mächtigen zu widerstehen, wenn der Erhalt des Arbeitsplatzes an einem seidenen Faden hänge, heißt es darin unter anderem. Die Zuteilung von Lizenzen für Radio- und Fernsehsender durch Behörden und die Weigerung der Regierenden, sich den Fragen der Journalisten zu stellen, sind weitere Beschränkungen der Informationsfreiheit, wurde in dem Manifest des Verbandes moniert

Sein Text endete mit einem Gedenken an die Journalisten, die die Verteidigung der Pressefreiheit mit dem Leben bezahlt haben und der Forderung an die Regierungen, die Mörder zu verfolgen und der Straflosigkeit ein Ende zu bereiten, mit der diese Personen vorgehen können.




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