Nonstop über den Wolken im Einsatz


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ITER baut den Prototyp eines unbemannten Solarflugzeugs

Das Institut für Technologie und erneuerbare Energien, ITER, baut bis September den Prototyp eines unbemannten Solarflugzeugs (PRONTAS), das dank seiner autonomen Energieversorgung unbegrenzt in der Luft bleiben kann und für Beobachtungszwecke eingesetzt werden soll. Bei der Präsentation des Hightech-Fliegers, der auf den Namen „Tenerife“ getauft werden soll, in den Räumen des Cabildos stellten Inselpräsident Ricardo Melchior und der Wirtschaftsbeauftragte Carlos Alonso die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten des Gerätes heraus.

Es sei ein Kontrollinstrument, das es erlaube, Informationen für die Vermeidung und Kontrolle von Waldbränden zu erlangen, für die Überwachung der Gewässer des Archipels und sogar über die Veränderungen des Klimas, weil auch Temperaturschwankungen gemessen werden können.

Geplant sei der Einsatz für Erdbeobachtungsmissionen, die Überwachung von Straßen- und Schiffsverkehr, Grenzen und Großveranstaltungen. Bei Naturkatastrophen könne PRONTAS bei der Koordination der Rettungs- und Bekämpfungsmaßnahmen von großem Nutzen sein, wenn der Zugang zu bestimmten Gebieten unmöglich oder für Menschen zu gefährlich geworden sei. Im Notfall könne das Gerät auch als Kommunikationsknotenpunkt dienen.

Das Solarflugzeug hat den Vorteil, dass es, im Vergleich zu Satelliten, relativ nahe über der Erdoberfläche operiert und im Bedarfsfalle Tag und Nacht über demselben Gebiet im Einsatz sein kann. Ein Satellit dagegen ist 1.000 Kilometer entfernt, nicht steuerbar und überfliegt einen bestimmten Punkt auf der Erde nur zweimal am Tag. Auch ist der Betrieb kostengünstiger als beispielsweise bei einem Beobachtungshubschrauber.

Der Solarflieger wird voraussichtlich 150.000 Euro pro Stück kosten, etwa soviel wie ein Hubschrauber jährlich an Unterhaltungskosten benötigt. Verglichen damit sind die laufenden Kosten von PRONTAS sehr gering, da es vollständig mit Solarenergie betrieben wird.

Der in Zusammenarbeit mit der Polytechnischen Universität Madrid entworfene Prototyp hat 16 Meter Spannweite und auf den Flügeln befinden sich die Solarzellen, die tagsüber seine Batterien aufladen. Er operiert in 8.000 Meter Höhe und fliegt 80 Stundenkilometer schnell.

Dem ITER fiel bei dieser Kooperation die Aufgabe zu, das Navigationssystem und die Befestigungstechnik für die Solarzellen zu entwickeln. PRONTAS ist der vierte Solarflieger, der vom ITER entwickelt wurde. Das Vorgängermodell war mit nur 5,3 Metern Spannweite deutlich kleiner. Durch seine größeren Tragflächen kann der aktuelle Prototyp deutlich mehr Ladung aufnehmen, bis zu zehn Kilogramm sind möglich.




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