„Noch ärmer als wir dachten“


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Wochenblatt-Leser helfen

Im Rahmen einer Studie der Sparkassen-Stiftung „Funcas“ ist festgestellt worden, dass die Zahl der Menschen, die auf den Kanarischen Inseln unterhalb der Armutsgrenze leben, weitaus höher ist, als bislang angenommen wurde. Wenn die reale Entwicklung der Lebenshaltungskosten seit Beginn der Krise angesetzt wird, leben nahezu vierzig Prozent der Bevölkerung in Armut. Das hat sehr viel mit der Tatsache zu tun, dass die Kanaren ein touristisches Gebiet mit spürbar höheren Lebenshaltungskosten sind.

Das Fazit dieser Berechnungen ist klar: Die besonders stark bevölkerten und entwickelten Regionen Spaniens in denen der Tourismus eine wichtige Rolle spielt, haben auch die höchsten Preise, und das ändert auch grundlegend die sogenannte „Landkarte der Armut“.

Die ärmsten Regionen mit wenig oder ohne Tourismus weisen niedrigere Kosten für die Lebenshaltung auf, und das bedeutet im nationalen Vergleich eine geringere Armutsrate. In diesen Gebieten kann auch mit einem Minimal-Einkommen das tägliche Leben bestritten werden. Das ist in reicheren, wie beispielsweise touristischen Regionen absolut unmöglich. So argumentieren die Autoren der Studie, drei Wissenschaftler der Universität von Oviedo.

Nach ihrer Analyse führt die Praxis, dass der Lebenshaltungskosten-Index IPC als Grundlage für die Berechnung der Armutsgrenze herangezogen wird, zu Ergebnissen, die von der Realität weit entfernt sind. Im konkreten Fall der Kanarischen Inseln ergab die Berechnung nach den üblichen Standards für 2011, dass 29,8 Prozent der Haushalte unterhalb der Armutsgrenze leben. Diese Zahl erhöhte sich nach der neuen Berechnungsformel auf  39,3 Prozent und war damit die höchste spanienweit.

Was sowohl auf den Kanaren als auch auf dem übrigen spanischen Staatsgebiet passierte, ist seit Beginn der Krise eine drastische Erhöhung der Lebenshaltungskosten, während sich die Einkünfte verringert haben. Das hat zwangsläufig zur spürbaren Minderung der Kaufkraft geführt.

Kinder nicht „stigmatisieren“

Jetzt hat sich auch der Direktor der Caritas in der Provinz Teneriffa, Leonardo Ruiz del Castillo, zu Wort gemeldet, und die Äußerungen von Finanzminister Cristóbal Montoro scharf kritisiert. Der hatte einen Bericht von Caritas Europa angezweifelt und als unrealistisch bezeichnet, in dem es um Kinderarmut in Europa geht und in dem Spanien auf einem traurigen zweiten Platz liegt (das Wochenblatt berichtete). „Bei den Familien, deren Ernährer arbeitslos sind, befinden sich die Kinder in einer ebenso schlimmen Situation“, unterstrich Ruiz del Castillo.

Allerdings sei er der Meinung, dass wir alle etwas tun können, um die Lage zu verbessern. „Auch wenn sie das ständig bestreiten, liegt es einzig und allein in den Händen der Politiker, die Situation der Menschen, die in Armut leben, zu ändern. Wie? Indem öffentliche Beschäftigung geschaffen wird, beispielsweise auf den Straßen der Insel, von denen viele in einem desolaten Zustand sind.“

Entschieden wandte sich der Direktor der Caritas gegen Vorschläge, die von verschiedenen Stellen im Zusammenhang mit dem übrig bleibenden Essen aus der täglichen Schulspeisung gemacht wurden. Danach sollen Kinder aus Not leidenden Familien dieses Essen in Tupper-Gefäßen mit nach Hause nehmen. „Das verstößt erstens gegen die Vorschrift, Nahrungsmittel aus den Schulen mitzunehmen, aber vor allem könnte es zur Stigmatisierung dieser Kinder führen.“ Ruiz del Castillo beklagte sich bitter darüber, dass die öffentlichen Zuwendungen, welche seine Organisation für ihre sozialen Aufgaben erhält, von Jahr zu Jahr weiter beschnitten wurden und viele Projekte eingestellt werden mussten. So sei die Caritas in immer größerem Rahmen auf die Spenden von Unternehmen und Privatleuten angewiesen, um bedürftigen Menschen zu helfen.

Mit unserer Aktion „Aus Geben wächst Segen“ unterstützen wir immer wieder die kleinen Hilfsgruppen der Caritas, die in den Kirchengemeinden Räumlichkeiten eingerichtet haben, in denen sie Lebensmittel, Hygieneartikel und Kleidungsstücke ausgeben oder auch ein warmes Essen anbieten. Die Spendenbereitschaft unserer Leser macht diese Hilfe möglich.

So konnten wir uns in den vergangenen zwei Wochen wieder über Spenden von Harald Marschner und Ilse Jung sowie einer anonymen Spenderin freuen, die Spendenbeträge  auf unser Konto überwiesen haben. Eine Dame, die nicht genannt werden möchte, hat einen Geldbetrag in der Wochenblatt-Redaktion abgegeben.

Ihnen allen ein ganz herzliches Dankeschön!

Ein „sinnvolles“ Geschenk

Jetzt ist wieder die Zeit der Hausfeste. Es wird zu Geburtstagen, Jubiläen und anderen Festlichkeiten eingeladen und man weiß gar nicht mehr so recht, was man sich von seinen Gästen wünschen soll. Warum stellen Sie nicht eine Geschenkebox auf und wünschen sich eine Geldspende für die Aktion „Aus Geben wächst Segen“, das ist wirklich ein sinnvolles Geschenk. Einige unserer Leser haben so beachtliche Beträge für unser Spendenkonto zusammengebracht und waren stolz auf ihre großzügigen Gäste.

Was bisher mit den Spendengeldern geschah

Alle Spenden kommen voll den verschiedensten hier ansässigen Hilfsorganisationen zugute. Dafür bürgt die nunmehr in 30 Jahren bei seinen Lesern erworbene Reputation des Wochenblatts. Das Sonderkonto bei der Solbank wird gebührenfrei geführt. Kein Cent für Verwaltungsaufwand oder dergleichen wird von Ihren Spenden abgezweigt.

Bevor eine Hilfsorganisation vom Wochenblatt gefördert wird, unterhält man sich eingehend vor Ort mit den Verantwortlichen und macht sich ein Bild über deren Ziele, Arbeitsweise und Effektivität. Darüber wird in allen Wochenblatt-Ausgaben berichtet.

Spendenempfänger:

„La Mesa“, Puerto de la Cruz und San Isi­dro/­ Granadilla (12/09, 02/10, 03/10) Euro 7.300

Servicio Social Adeje (12/09) Euro 2.500

Sozialer Speisesaal „Hijas de Caridad“, Santa Cruz de Tenerife (02/10, 05/10, 12/10, 07/11, 01/12, 12/12) Euro 15.000

Fundación „Candelaria Solidaria“ (02/10) Euro 1.000

Kinder-Tageszentrum Padre Laraña, Santa Cruz de Tenerife (04/10, 11/10, 12/10, 04/11, 09/11, 01/12, 04/12, 12/12, 01/13, 03/13, 8/13, 01/14 Weihnachtsbescherung, 03/14) Euro 21.700

Caritas Puerto de la Cruz (06/10, 08/10, 01/11, 10/11) Euro 3.000

Sozialer Speisesaal „San Pío X“, Santa Cruz de Tenerife (09/10, 01/13) Euro 4.500

Caritas Teneriffa (03/11) Euro 3.000

Sozialer Speisesaal „Casa de Acogida María Blanca“, Puerto de la Cruz (8/11, 01/12, 9/12, 12/12, 03/13, 12/13, 2/14) Euro 10.045

Caritas „Virgen de los Dolores“, Puerto de la Cruz (01/12, 09/12, 06/13) Euro 2.750

Caritas Los Cristianos (02/12) Euro 2.000

Sozialer Speisesaal „San Vicente de Paúl“, La Laguna (05/12, 12/12, 2/14) Euro 6.000

Vier Hilfsstellen der Caritas, Puerto und Umgebung: „Virgen de los Dolores“, „San Juan de Padua“, „La Candelaria“ und „Peña de Francia“ (12/12, 3/13, 12/13, 3/14) zusammen Euro 8.000

Kinder-Tageszentrum in La Vera (1/13, 8/13, 03/14) Euro 1.953,03

Caritas Los Potreros, Los Realejos (05/13, 9/13, 12/13) Euro 1.800

Einladung zum Mitmachen

Die Idee ist ganz einfach: Sie spenden einen Einmalbetrag oder sagen zu, monatlich ein Jahr lang, „Überwinterer“ vielleicht auch nur ein halbes Jahr lang, einen festen Betrag auf das Sonderkonto unserer Gemeinschaftsaktion „Aus Geben wächst Segen“ bei der Sol Bank einzuzahlen. Bankdirektor Don Emilio Bas Castells führt dieses Konto für uns kos­tenlos. Das Wochenblatt garantiert, dass jeder Cent von diesem Konto ohne Abzug Hilfsorganisationen auf Teneriffa zugute kommen wird. Von der Organisation, die Ihr Geld erhalten hat, bekommen Sie auf Wunsch eine Spendenbescheinigung. Als Vorbild für mögliche weitere Spender zur Nachahmung werden im Rahmen des „Spendenbarometers“ die Namen der Mitmachenden, sowie Höhe der Beträge in jeder Wochenblatt-Ausgabe veröffentlicht. Sie können sich dazu auch einen „Mitmachnamen“ ausdenken, unter dem Ihre Gabe genannt wird.

Spendenkonto bei der Solbank: 00810403340001185625

IBAN: ES1400810403340001185625

BIC: BSABESBB

Das Online-Spendenformular finden Sie hier: