Neue Galgenfrist


Cho Vito: Abriss auf April 2011 verschoben

Würde man die Unterlagen und Dokumente im Fall Cho Vito stapeln, würde sicherlich ein gewaltiger Turm zustande kommen. Jahrelang zieht sich nun bereits der Rechtsstreit um den vom spanischen Umweltministerium angeordneten Abriss des kleinen Fischerortes hin.

Das spanische Küstengesetz von 1988 bestimmt, dass in erster Linie am Meer keine Bebauung erfolgen darf bzw. dieses Gelände öffentlicher Grund und Boden ist. Die Häusergruppe von Cho Vito bei Candelaria liegt innerhalb dieses Gebietes unmittelbar an der Küste.

2008 wurde ein Großteil der Häuser trotz heftigster Proteste ihrer Besitzer abgerissen. Stehen blieben nur die Häuser, die als einziger Wohnsitz ihrer Eigentümer ausgewiesen werden konnten – neun Stück an der Zahl. Ihre Besitzer kämpfen entschlossen weiter und geben sich nicht geschlagen, auch wenn der Abriss kaum noch abwendbar erscheint. Im September machten sie durch einen Hungerstreik auf sich aufmerksam und erwirkten damit schließlich einen neuen Aufschub. Der 30. November wurde als neue Deadline festgelegt. Bis dahin sollte für die neun Familien ein neues Quartier gefunden worden sein.

Nachdem diese Frist nun verstrichen ist und am 1. Dezember vom Gericht ein weiterer Aufschub bis 11. April 2011 festgelegt wurde, schöpfen die Besitzer neuen Mut. Tomás González, Sprecher der kleinen Eigentümergemeinschaft, teilte sogleich mit, dass sie diesen Zeitraum nutzen werden, um für den Erhalt ihrer Häuser weiterzukämpfen. Ein anstehendes Treffen zwischen der neuen Umweltministerin Rosa Aguilar und dem Leiter des kanarischen Umweltressorts, Domingo Berriel in Madrid, bei dem die Angelegenheit Cho Vito ein Thema sein wird, lässt sie erneut hoffen.




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