„Nacht in Schwarz“ für die Sturmtaucher


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Die Kampagne des Umweltamtes rettet jedes Jahr mehrere Hundert Gelbschnabel-Sturmtaucher

Seit Mitte Oktober ist wieder die alljährliche Sturmtaucher-Rettungskampagne des Umweltamtes im Gange.

Der Gelbschnabel-Sturmtaucher (Calonectris diomedea borealis) – auf den Kanaren als Pardela Cenicienta bekannt – ist ein Meeresvogel, der auf offener See lebt. Im Februar kommen die Tiere auf die Kanaren, um Nester in den Klippen zu bauen und ihre Jungen aufzuziehen.

Ab Mitte Oktober verlassen die Jungvögel dann den Schutz der Nester und fliegen in ihr neues Leben auf hoher See. Um der Aufmerksamkeit der Raubvögel zu entgehen, brechen sie nachts im Schutze der Dunkelheit auf.

Die zivilisatorisch bedingte „Lichtverschmutzung“ des nächtlichen Himmels an der Küste durch die Beleuchtung von Straßen, Gebäuden und Fahrzeugen führt jedoch, besonders bei Neumond, dazu, dass viele der jungen Gelbschnabel-Sturmtaucher die Orientierung verlieren und das Meer nicht finden. Sie stürzen über Land ab, und viele verletzen sich dabei.

Freiwillige Helfer der Wildtier-Pflegestation „La Tahonilla“ sammeln die verunglückten Jungvögel ein und bringen sie zur Untersuchung und Behandlung in die Station.

Dieses Jahr gibt es noch eine neue Initiative. In der „Nacht in Schwarz für die Sturmtaucher“, am 2. November, zu Neumond, sollen Bürger, Unternehmen und Gemeinden die Lichter ausgeschaltet lassen, damit die Tiere nicht von ihrem Weg abgebracht werden.

Im vergangenen Jahr wurden 853 Pardelas eingesammelt, im Jahr 2010 waren es sogar 1.772. Immerhin 95% davon konnten wieder in die Freiheit entlassen werden.




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