Müllstreik in Puerto de la Cruz


Nur eine Einigung in letzter Minute könnte den angekündigten unbefristeten Streik verhindern

Das Müllabfuhr- und Straßenreinigungsunternehmen Sufi Tarajal, das seit 2007 für den Dienst in Puerto de la Cruz zuständig ist, macht wieder einmal wegen unbezahlter Gehälter von sich reden.

Nun hat der Personalrat zu einem unbefristeten Streik ab Donnerstag, den 10. November aufgerufen, um die umgehende Auszahlung der Oktobergehälter zu erzwingen. Nach Auskunft des Betriebsratsvorsitzenden Teófilo Armas war den Angestellten bereits vom Arbeitgeber angekündigt worden, dass kein Geld mehr für Gehälter vorhanden sei: „Vor drei Monaten teilte die Firma uns mit, dass wir kein Gehalt mehr beziehen würden, bis die Stadt ihre Schulden bei Sufi Tarajal begleicht. Uns wurde nichts schriftlich mitgeteilt. Wir fordern eine Erklärung“, so Armas. Außerdem seien die Angestellten nicht bereit, sich weiter als Mittel zur Erpressung des Stadtrats benutzen zu lassen.

Dass ein Müllstreik für das Image der Touristenstadt äußerst negativ ist, weiß auch Teófilo Armas und bedauerte deshalb diese Maßnahme, die er jedoch gleichzeitig als unumgänglich bezeichnete, da die Unternehmensleitung von Sufi Tarajal trotz wiederholter Forderungen seitens der Arbeitnehmer kein Einsehen habe. „Der Streik bringt uns an sich nichts, denn uns werden pro Streiktag 35 Euro abgezogen, ganz abgesehen von den negativen Auswirkungen für die Stadt“, unterstrich der Betriebsratschef.

Puertos Bürgermeister Marcos Brito erklärte zu dieser Problematik, dass es wichtig sei, sich an einen Verhandlungstisch zu setzen und das Problem zu lösen – über das „Wie“ konnte er allerdings auch keine Auskunft geben.

Sofern nicht ein Kompromiss in letzter Minute erzielt wird, scheint der Streik nicht mehr abzuwenden.

Die Folgen könnten verheerend sein. Noch recht frisch in der Erinnerung sind die Folgen des Müllstreiks 2008, als die Angestellten von Sufi Tarajal – wegen der „miserablen Bezahlung“ – die Arbeit neun Tage lang ruhen ließen. Rund 500 Tonnen Müll häuften sich damals an.




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