Mord an TGas-Vorstand


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Der Tote wurde aus einem brennenden SUV geborgen

Der Mord an dem Tankstellen-Unternehmer und TGas-Vorstand Raimundo Toledo aus Santa Cruz gibt der Polizei Rätsel auf. Entführung, ein misslungener Fluchtversuch, Mord und der Versuch, die Spuren durch Feuer zu verwischen, all dies ereignete sich binnen weniger Stunden.

Am Nachmittag des 15. Dezember wurde der Unternehmer und Präsident des Tankstellenverbundes TGas, Raimundo Toledo, unweit seiner Wohnung in Los Lavaderos, San-ta Cruz, auf offener Straße entführt. Ein Zeuge meldete die Tat der Polizei. In der darauffolgenden Nacht wurde um 22.29 Uhr die Feuerwehr alarmiert, weil an einem Abhang neben der TF-28, nahe dem Aussichtspunkt La Centinela ein Fahrzeug lichterloh in Flammen stand. 

Die Feuerwehrleute mussten an Seilen den Hang hinunterklettern und benötigten 1.500 Liter Wasser, um das offenbar mit Brandbeschleuniger entfachte Feuer zu löschen. Im Kofferraum des Wracks fand man eine verkohlte Leiche, deren eindeutige Identifizierung nur noch durch einen DNA-Test möglich sein wird. Da es sich bei dem Auto um einen Geländewagen der Marke Honda handelt, der auf den Unternehmer zugelassen ist, und ein Schlüsselbund, der bei der Leiche lag, zugeordnet werden konnte, wird von der Hypothese ausgegangen, dass Raimundo Toledo von seinen Ent- führern umgebracht wurde, und diese den SUV ihres Opfers in Brand setzten und den Abhang hinabrollen ließen, um ihre Spuren zu verwischen. Angesichts dieser Umstände wurde vom zuständigen Richter die Geheimhaltung der Ermittlungsergebnisse angeordnet. Toledo stammt aus El Médano und besaß u. a. eine TGas-Tankstelle in Granadilla, eine Weinfinca und ein Bauunternehmen. Er ist ein Bruder des international bekannten Herzchirurgen José Toledo (†) und Onkel des Schauspielers und politischen Aktivisten Willy Toledo. 

Wie kurz vor Redaktionsschluss bekannt wurde, hat die Polizei  mittlerweile eine Spur. Unter Verdacht steht ein Neffe des Opfers. Von dem 36-jährigen Diego-Claudio G. G., der aus Australien stammt und im Süden Teneriffas lebt, fehlt bisher jede Spur. Dessen Lebensgefährtin wurde mittlerweile festgenommen, weil ihr Wagen nahe dem Tatort der Entführung abgestellt war.  




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