Mobilitätsplan der Zukunft


Anreize zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Radwege sollen das Verkehrsproblem in Puerto de la Cruz lösen

Der Gemeinderat von Puerto de la Cruz hat kürzlich die Endfassung des „Plan de Movilidad Urbana Sostenible“ – des nachhaltigen städtischen Mobilitätsplans – vorgestellt. Der Plan wurde bei der britischen Unternehmensberatung für Verkehr Steer Davies Gleave in Auftrag gegeben und zielt auf die Förderung der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Fahrräder ab, um die Zahl der Fahrzeuge in der Innenstadt und folglich das Verkehrsaufkommen zu verringern.

Hochtrabende Pläne

Wie der Stadtdezernent für Stadtplanung und Umwelt, Sebastián Ledesma, erfreut feststellte, habe man in diesem Falle „das Haus am Fundament begonnen“, sprich mit diesem Plan eine solide Basis für die zukünftige verkehrstechnische Entwicklung und Gestaltung der Stadt geschaffen. Tatsächlich offenbart der sogenannte PMUS hochtrabende Pläne hinsichtlich der Verkehrsregelung in der Innen- und Altstadt. Vorrangig angestrebt wird die Schaffung neuer Parkplätze im Gebiet von Punta Brava und bei der Plaza de la Constitución. Für diesen Platz liegt noch aus den Zeiten der vorigen Bürgermeisterin Lola Padrón ein Projekt für eine unterirdische Parkgarage vor, für dessen Umsetzung damals kein Investor gefunden wurde. Das Parkhaus mit über 300 Stellplätzen sollte unter dem heutigen Parkplatz beim Gebäude Bel Air bzw. am Anfang der Avenida Betancourt y Molina entstehen. Ganz oben auf der Liste der Vorhaben steht auch eine Neuregelegung für die Be- und Entladezonen, die Umwandlung befahrener Straßen in Fußgängerzonen sowie die Förderung des Radverkehrs durch die Schaffung eines Radwegs. Bürger und Touristen sollen motiviert werden, mit dem Rad zu fahren oder zu Fuß zu gehen.

Parallel dazu soll das öffentliche Verkehrsnetz optimiert werden, Gemeinschaftstaxis eingeführt und so die Voraussetzungen für den Umstieg vom Privatwagen auf öffentliche Transportmittel geschaffen werden. Sebastián Ledesma schwebt bei der Planung zunächst ein Radweg entlang der Küste für Touristen und die Schaffung eines städtischen Fahrradverleihs vor, später solle der Radweg durch die Innenstadt fortgesetzt werden.

Der Stadtdezernent für Transport, Luis Miguel Rodríguez, erklärte bei der Vorstellung des PMUS, dass durch diesen von Steer Davies Gleave entworfenen Plan sämtliche Mängel am Verkehrsnetz der Stadt deutlich werden, die nun nach und nach ausgemerzt werden sollen. Der Mobilitätsplan der Zukunft hat die Stadt 22.000 Euro gekostet, die übrigen 35.000 Euro steuerte das spanische Industrieministerium bei.

Das Dokument von Steer Davies Gleave hat unter anderem aufgezeigt, was bei den Beförderungsgewohnheiten der Einwohner von Puerto de la Cruz und Umgebung auffällt. Das Privatfahrzeug steht an erster Stelle und öffentliche Verkehrsmittel werden nur in etwa 40% der Fälle genutzt. 230.000 Fahrzeugbewegungen im Bereich der Innenstadt registrierte Steer Davies Gleave pro Tag, über 153.000 davon waren Privatfahrzeuge.




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