„Mimiland Park“ wird nicht gebaut


© Mimilandwaterworld.com

Unternehmer Andrés Alonso führt „juristische Unsicherheit“ als Grund an

Das Projekt „Mimiland Park Canary Water World“ steht offenbar vor dem Aus. Initiator Andrés Alonso, der die ausgearbeiteten Pläne über einen Familienfreizeitpark nebst Hotel und Einkaufszentrum in einem stillgelegten Steinbruch in Güímar vor einem Jahr offiziell vorgestellt hatte, führte die bestehende juristische Unsicherheit an und erklärte, „alles weist darauf hin, dass wir auf die Umsetzung dieses Vorhabens auf den Kanaren verzichten müssen“.

Neues Tourismusmodell

Mit dem „Mimiland Park Canary Water World“ schwebte Andrés Alonso, Präsident der Unternehmensgruppe Hemi, ein neues touristisches Modell, bestehend aus Hotel, Freizeitpark und Einkaufszentrum, vor. 

Besonders an dem Vorhaben war auch der Standort in einem ehemaligen Steinbruch, einem der vielen in der Gemeinde Güímar, die die Landschaft verschandeln und derzeit Gegenstand von Gerichtsverfahren wegen Umweltdelikten sind. Andrés Alonso hatte bei der Vorstellung des Projektes dargelegt, seine Anlage würde einen dieser Steinbrüche, der an die Südautobahn TF-1 grenzt, einem Zweck zuführen. Der Familienfreizeitpark sei in seinem Entwurf dem 242.000 qm großen und 40 m tiefen Steinbruch angepasst worden und würde diesen optimal ausfüllen. 

Vorgesehen war der Bau eines Hotels in der gehobenen Viersterne-Kategorie mit 417 Zimmern auf einer Fläche von 51.000 Quadratmetern und eines Einkaufszentrums, wo sich 40 Filialen der bekanntesten Marken niederlassen sollten. Auch an einen Supermarkt und ein Parkhaus mit 250 Plätzen war gedacht worden. Der Freizeitpark selbst sollte sich über 22.900 qm erstrecken und unter anderem mit einem Wellenbad, einem Sandstrand, einem künstlichen Fluss, Wasserrutschen, einem Riesenrad und einer Achterbahn für Spaß und Vergnügen bei Groß und Klein sorgen. Geplant waren darüber hinaus Tennis- und Paddelplätze sowie eine Sportschule mit Schwimm-, Tauch-, Surf- oder Trampolin-Unterricht. Zu den weiteren Highlights des „Mimiland Park Canary Water World“ sollten ein Spa und ein Aussichtsturm mit Restaurant gehören. Diverse Themenrestaurants sollten für das leibliche Wohl der Gäste sorgen, ein Theater und ein Museum für kulturelle Abwechslung. Für das Nachtleben waren  eine Diskothek und ein Kasino geplant. Ein Aquarium und ein Wasserfall sollten das Mammutprojekt abrunden.

Keine Nutzungsänderung in Sicht

Unternehmer Andrés Alonso hatte damals bekannt gegeben, die Finanzierung des 94 Millionen Euro teuren Projektes sei gesichert und werde von einem Investmentfonds getragen. Weitere Details wollte er nicht offenlegen. Anscheinend wurden jedoch über eine Website 30.000 Aktien angeboten und beim der Inselverwaltung angefragt, ob sie als Bürge einspringen könne.

Ende Februar nahm Andrés Alonso nun Abstand von seinem oftmals als illusorisch bezeichneten Projekt, nachdem das Regionalparlament keine Nutzungsänderung der Grundstücke beschlossen hatte. Er führte juristische Unsicherheit an. 

Kritiker fühlen sich bestätigt

Seit Bekanntwerden der Pläne von Andrés Alonso wurde allgemein wegen der als dubios geltenden Finanzierung an der Durchführung gezweifelt, auch wenn Carmen Luisa Castro (PP), Bürgermeisterin der von starker Arbeitslosigkeit betroffener Gemeinde Güímar, das Projekt voller Enthusiasmus und tatkräftig unterstützte. 

Nun sehen sich die Kritiker, die die Finanzierung angezweifelt, die Nutzungsänderung des Steinbruchs infrage gestellt und die Erweckung falscher Hoffnungen für die vielen Arbeitslosen kritisiert hatten, bestätigt. 




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