Millionenteure Fotovoltaikanlage in Arico eingeweiht


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Japanische Investoren beteiligen sich an dem Fotovoltaikprojekt, das eine Leistung von 19 Megawatt erbringen soll

Am 9. März wurde in Arico die zweitgrößte Fotovoltaikanlage der Insel offiziell eingeweiht. Der kanarische Regierungschef Paulino Rivero, Cabildo-Präsident Ricardo Melchior und Vertreter des Projekt­entwicklers EVM S.L. trafen sich auf dem Gelände, um – bei strahlendem Sonnenschein – den fertiggestellten Teil der riesigen Anlage einzuweihen.

In der Rekordzeit von 16 Monaten wurde eine Fläche von 150.000 Quadratmetern mit Solarmodulen „gepflas­tert“. Obwohl die Anlage bereits in Betrieb genommen wurde, ist sie noch nicht fertig. Wenn einmal alle Solarmodule installiert sind, wird die Gesamtfläche zur Aufnahme von Sonnenenergie 230.000 Quadratmeter betragen. Dann soll nach Auskunft der Projektentwickler eine Nennleistung von 19 Megawatt erreicht werden, womit schätzungsweise 4.900 Haushalte mit Strom versorgt werden könnten. Momentan liegt die Leistung bei 12,6 Megawatt, die als saubere Energie ins Stromnetz der Unelco eingespeist werden. Im Vergleich zur herkömmlichen Stromerzeugung könnten die jährlichen Kohlendioxydemissionen um 10.000 Tonnen reduziert werden.

An dem Unternehmen EVM – Abkürzung für „Energía Verde de la Macaronesia“ – sind kanarische Investoren sowie das ITER (Technologisches Institut von Teneriffa) und der japanische Konzern Sumitomo Corporation beteiligt. Die Gesamtinvestition beträgt 110 Millionen Euro.

Cabildo-Chef Ricardo Melchior zerschnitt zusammen mit Paulino Rivero das Einweihungsband und äußerte deutlich seine Begeisterung für Energieprojekte, die für „sauberen Strom“ sorgen. Er betonte die hervorragenden Bedignungen, die auf den Kanaren für die Umsetzung von Sonnenenergie in Strom gegeben sind und drückte die Hoffnung aus, dass noch mehr Anlagen dieser Art folgen werden. Ähnlich äußerte sich auch Regierungs­chef Rivero, der unterstrich, dass die Regionalregierung Initiativen wie die der Fotovoltaikanlage in Arico unterstützt. Außerdem erinnerte Rivero daran, dass bis zum Jahr 2015 ein Großteil des Stromverbrauchs der Kanaren aus sauberen bzw. erneuerbaren Energiequellen stammen muss; so ist es im „Plan Energético de Canarias“ festgelegt.

Takahiro Moriyama, der als einer der Vertreter der Sumitomo Corporation aus Japan angereist war, bezeichnete die Fotovoltaikanlage in Arico als „monumentales Kunstwerk“ und versicherte in einem Interview mit einer lokalen Zeitung, dass Arico nur der Anfang der Geschäftsbeziehungen seines Konzerns mit den Kanaren sei. Man hoffe bei Sumitomo Corporation, dass in Zukunft Beteiligungen an weiteren Projekten im Zusammenhang mit erneuerbaren Energiequellen auf den Kanaren möglich werden.

Die größte Fotovoltaikanlage auf Teneriffa wird übrigens vom Cabildo von Teneriffa über das Institut für Erneuerbare Energie (ITER) in Granadilla gebaut. Seit knapp vier Jahren wird an der Installation der Solarmodule des Projektes SOLTEN I gearbeitet. Die Fotovoltaikanlage soll einmal eine Nennleis­tung von 15 Megawatt haben und damit eine der größten Europas sein. Die später geplante Erweiterung von SOLTEN I (SOLTEN II) soll aus drei Einzelanlagen mit insgesamt 11 Megawatt bestehen. Allein durch SOLTEN I könnten nach Auskunft des ITER 5.308 Haushalte mit sauberem Strom versorgt werden.




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