Migranten aus Hotels auf Gran Canaria sollen in neues Camp auf Teneriffa verlegt werden

Die Zelte, die in Las Raíces aufgebaut wurden, tragen den Hinweis, dass sie durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der Europäischen Union finanziert sind. Foto: efe

Die Zelte, die in Las Raíces aufgebaut wurden, tragen den Hinweis, dass sie durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der Europäischen Union finanziert sind. Foto: efe

In Las Raíces wurden Zelte aufgebaut, die Platz für bis zu 2.000 Personen bieten sollen

Teneriffa – Seit einigen Wochen schon befindet sich ein neues Camp für Migranten im Aufbau. In Las Raíces bei La Laguna ist im Auftrag des spanischen Ministeriums für Migration eine Art Zeltlager geschaffen worden, in dem bis zu 2.000 Personen untergebracht werden können. Regierungssprecher Julio Pérez bestätigte in einer Pressekonferenz, die er im Anschluss an eine Kabinettssitzung gab, dass in der ersten Februarhälfte Migranten, die bislang in Hotels auf Gran Canaria oder in anderen Einrichtungen auf Teneriffa untergebracht waren, in dieses Camp verlegt werden. Pérez erklärte, dass mit diesem Camp und einem weiteren, das in einer ehemaligen Militäreinrichtung in La Laguna vorbereitet wird, die Unterbringung der Flüchtlinge „verbessert“ werde. Er räumte allerdings auch ein, dass diese Lösung weder angemessen noch ausreichend und erst recht nicht endgültig sei. Deshalb fordere die Regionalregierung weiterhin die Verlegung von Flüchtlingen auf das Festland sowie Rückführungen in ihre Heimatländer, so Pérez.
La Lagunas Bürgermeister Luis Yeray Gutiérrez erklärte seinerseits, dass die Vereinbarung mit der Regierung die Unterbringung von Migranten in Las Raíces und Las Canteras für die Dauer eines Jahres vorsehe. „Uns wurde mitgeteilt, und dies ist uns wichtig, dass es sich um temporäre Aufnahmezentren handele, und sie in keinem Fall länger als ein Jahr bestehen bleiben werden“, so Gutiérrez.

Der Bürgermeister ist um größtmögliche Transparenz bemüht und hat sich bereits mit einem Schreiben an die Anwohner der Umgebung von Las Raíces gewandt. Er wolle die Bürger jederzeit über neue Maßnahmen und Schritte auf dem Laufenden halten, erklärt er. Mit diesem Ziel wurde eine E-Mail-Adresse eingerichtet, an die sich Anwohner mit Fragen zu diesem Thema wenden können (infolasraices@lalaguna.es). Außerdem machte er in dem Schreiben die Bürger darauf aufmerksam, dass die NGO, der die Verwaltung und Betreuung im Camp von Las Raíces übertragen wurde, zahlreiche Arbeitskräfte benötigt und somit Jobchancen biete. Welche Arbeitsplätze von ACCEM geschaffen und angeboten werden könne über die E-Mail rrhh.seleccion@accem.es erfragt werden.
Ein weiterer Aspekt, so Luis Yeray Gutiérrez, sei die Sicherheit. Die Stadt habe die Zusage erhalten, dass sowohl die Zahl der Beamten der Guardia Civil als auch die der Nationalpolizei erhöht wird.
Der bevorstehende Bezug des Migrantencamps in Las Raíces setzt einem monatelangen Tauziehen ein Ende. Die Stadt La Laguna hatte zunächst die Bauarbeiten in Las Raíces mit der Begründung, es läge keine Genehmigung vor, einstellen lassen. Erst die anschließende engere Zusammenarbeit mit der Stadt und ein verbesserter Informationsfluss hatten eine bessere Koordination zur Folge.
La Lagunas Bürgermeister rief Bürgerinnen und Bürger zur Solidarität auf: „Canarios und Canarias wissen sehr gut, was es bedeutet, zu emigrieren: unsere Geschichte ist voll von Kapiteln der Emigration nach Amerika und es gibt kaum eine Familie ohne einen Angehörigen, der seinerzeit emigrierte. Nun sind wir an der Reihe, Personen, die auf der Suche nach einer besseren Zukunft sind und die ihr Leben risikiert haben, um unser Land zu erreichen, aufzunehmen. Wir stellen uns dieser Herausforderung und würden uns über deinen Beitrag freuen“, so der Bürgermeister in seinem Schreiben an die etwa 1.500 Anwohner der Umgebung von Las Raíces.

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