Martiánez-Anlage mit Plus an Badegästen im Juni und Juli


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Trotzdem weniger Besucher im Verlauf dieses Jahres

Wie der Tourismusbeauftragte der Stadt Puerto de la Cruz mitteilte, wurden im Juni und Juli dieses Jahres 16.000 Besucher mehr in der Meeresschwimmbadanlage Lago Martiánez gezählt als in den gleichen Monaten 2008, was einem Plus von knapp 13 % entspricht.

Emilio Zamora berichtete, dass dies der Stadt Einnahmen in Höhe von 488.987 Euro beschert hat. Die Verantwortlichen des Tourismusamts atmen vor allem deshalb auf, weil in den ersten fünf Monaten dieses Jahres erheblich weniger Badegäste die Anlage nutzten – vermutlich bedingt durch die länger anhaltende Schlechtwetterperiode. Während zwischen Januar und Mai 2008 insgesamt 256.000 Besucher gezählt wurden, kamen im selben Zeitraum 2009 nur 216.000.

Klagen über übertriebene Kontrollen

Während man sich beim Tourismusamt der Stadt selbstgefällig die Hände reibt und das positive Ergebnis zu Beginn dieses Sommers auf das gelungene Management zu­rückführt, häufen sich allerdings die Beschwerden der Badegäste. Viele schimpfen über den Zustand der Anlage während des Besucheransturms im Sommer. Unappetittliche Auflagen der Sonnenliegen, Abfall in und um die Becken – dies könne wirklich nicht nur eine Frage des Verhaltens der Badegäste sein, sondern sei auch Sache der Betreiber, sich stärker um die Sauberkeit zu kümmern. Auch die Freundlichkeit der Angestellten lasse zum Teil zu wünschen übrig.

Kritiker halten der Stadt im Vergleich den Loro Parque vor, der täglich tausende Besucher empfängt und immer vor Sauberkeit glänzt. Ein weiterer Kritikpunkt sind die immer schärfer gewordenen Kontrollen am Eingang. Da es verboten ist, Getränke und Essen mit in die Anlage zu nehmen, haben einige Angestellte in letzter Zeit auf fast unverschämte Weise die Taschen und Ruck­säcke der Badegäste durchsucht. Diese übertriebene Genauigkeit hat sogar schon zu Zwischenfällen geführt, bei denen die Polizei herbeigerufen werden musste. Denn gerade Canarios bringen an den Strand – und eben auch in die Badeanlage – gerne ihr eigenes Vesper in Form von belegten Brötchen und Getränkedosen mit, wenn sie vorhaben, den ganzen Tag dort zu verbringen. Die für ihr Empfinden hohen Preise in den Gaststättenbetrieben der Anlage sind sie nur ungern bereit zu bezahlen.

Emilio Zamora rechtfertigt die Kontrollen und argumentiert, dass das Verbot über das Mitbringen von Essen und Getränken schon immer besteht und auch eingehalten werden muss, um die Gastronomiebetriebe der Kooperative Cosmar im Inneren der Anlage nicht zu schädigen. Ansonsten würden diese Gefahr laufen, durch die geringen Einnahmen die Angestelltengehälter nicht bezahlen zu können. Ob dies bei den Badegästen auf Verständnis stößt, wenn ihnen am Eingang ihre Tüte Chips oder ihr belegtes Brötchen konfisziert wird, ist fraglich.




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