Los Silos will seinen zweiten Wal


© Peter Graf

Ein fast zwölf Meter langer Pottwal wurde an die Küste gespült

Anwohner von Los Silos machten kürzlich eine traurige Entdeckung. An der Küste ihres Ortes trieb der leblose Körper eines großen Wals.

Die herbeigerufenen Mitarbeiter des Umweltamtes und Tierschützer stellten schnell fest, dass es sich um einen ausgewachsenen Pottwal handelte. Der tonnenschwere Kadaver wurde zunächst von einem Seenotrettungskreuzer in den neuen Hafen von Garachico geschleppt, wo er mit einem Kran auf einen Lkw gehievt wurde. Erst zu diesem Zeitpunkt wurde die beachtliche Größe des Wals wirklich deutlich, von dem Experten später sagten, dass es das bislang größte gestrandete Exemplar dieser Art sei.

Der Zufall wollte es, dass der tote Pottwal in relativer Nähe zu dem an der Küste von Los Silos ausgestellten Walskelett angeschwemmt wurde, sodass die Idee nahe lag, auch dieses Tier zu Ausstellungszwecken zu nutzen. Wie Los Silos’ Bürgermeister dann auch einer lokalen Zeitung gegenüber äußerte, wolle sich die Gemeinde darum bemühen, in den Besitz des Kadavers zu kommen, um ein zweites Wal-skelett an der Küste aufstellen zu können.

Das Walskelett, das von weit her sichtbar über der Küstenpromenade zu schweben scheint, wurde 2008 von der Stiftung Global Nature und der Naturschutzstiftung Canarias Conservación in Zusammenarbeit mit der Stadt Los Silos dort errichtet. Dieses Skelett eines Seiwals (Balaenoptera borealis) wurde im Rahmen des Projektes „Skulpturen der Natur“ aufbereitet und montiert, im Zuge dessen auch an anderen Orten der kanarischen Küste Walskelette aufgestellt wurden (z. B. in Jandía oder in Antigua auf Fuerteventura). Los Silos’ Bürgermeister erinnerte nun anlässlich des gestrandeten Pottwals an die Bedeutung dieses Projektes, nicht nur für die optische Verschönerung der Küste seiner Stadt, sondern auch für die Stärkung des Umweltbewusstseins und des Küstenschutzes sowie als eine Art Hommage an die in kanarischen Gewässern heimischen Meeressäuger. Zu dem gestrandeten Wal sagte er: „Wenn die Natur ihn bis zu unserem Ort gebracht hat, dann sollte er auch hier ruhen.“

Wie die Aufbereitung und Montage des imposanten Pottwalskeletts finanziert werden soll, weiß zwar auch Santiago Martín noch nicht, aber das wird sich schon finden. Immerhin kostete das Skelett des Seiwals von der Aufbereitung bis zur Aufstellung etwa 20.000 Euro.




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