Logiergast im Loro Parque


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Ein in Marokko gestrandetes Robbenmännchen wird im Tierpark gepflegt

„Humphrey“ ist ein junges Robbenmännchen, das sich an der Küste von Casablanca quasi mit letzter Kraft an Land schleppte und von Mitgliedern eines Fischereiinstituts gefunden wurde. Diese setzten sich mit dem Cabildo von Gran Canaria in Verbindung, das über Chefveterinär Pascual Calabuig den Loro Parque kontaktierte.

In der Quarantänestation des Tierparks in Puerto de la Cruz hat „Humphrey“ nun ein zeitweiliges Zuhause gefunden und wird vom dortigen Fachpersonal liebevoll gepflegt und aufgepäppelt.

Der eigentliche Lebensraum der jungen Kegelrobbe liegt viele Kilometer entfernt an der Nord- und Ostsee, bzw. an den Küsten Islands, Großbritanniens, Irlands und der Färöer. Wie der kleine, nur 30 kg schwere „Humphrey“ bis nach Marokko kam ist schleierhaft. Doch es ist nicht die erste ungewöhnliche Geschichte. Im Loro Parque wurden vor „Humphrey“ bereits drei andere Findlinge gesundgepflegt und anschließend wieder in die Freiheit entlassen. 2002 wurden die Klappmützenrobben „Majo“ und „Guanche“ völlig erschöpft und unter­ernährt an der kanarischen  Küste gefunden. Auch diese Robbenbabys gehören zu einer sonst in den eisigen Gewässern des Nordpols heimischen Art. In der Quarantänestation des Loro Parque wurden die Tiere etwa vier Monate lang untergebracht bevor sie mit Erfolg an der schottischen Küs­te wieder in die Freiheit entlassen wurden. Nicht so erfolgreich verlief die Freilassung von „Sahara“ einer ebenfalls zeitweise im Loro Parque untergebrachten Klappmützenrobbe, die später im Norden Schottlands freigelassen wurde und nicht allzu lange Zeit später erneut an einem Strand im Baskenland strandete. „Sahara“ war mindestens einen Monat lang beharrlich in Richtung Süden geschwommen. Nun wird sie ihr Leben vermutlich in Gefangenschaft verbringen, denn eine zweite Freilassung scheint nach dieser Erfahrung sinnlos.

Hoffentlich bereichert „Humphrey“ nach seiner Genesung die Erfolgsliste des Loro Parque und findet sich in seinem natürlichen Lebensraum wieder zurecht.




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