Landeverbot für die neuen Hubschrauber auf der Klinik-Plattform


© Moisés Pérez

Nach einem Jahr befasst sich das Gesundheitsamt mit dem Problem

Schick sieht er noch immer aus, der relativ neue Hubschrauber-Landeplatz der Universitätsklinik von Teneriffa. Doch seit über einem Jahr ist kein Hubschrauber mehr dort gelandet.

Die Notfall-Krankentransporte aus dem Süden oder von anderen Inseln laufen wieder wie einst über den nahegelegenen Flughafen Los Rodeos, wo ein Notarzt-Krankenwagen den Patienten übernimmt und ins Krankenhaus fährt.

Das sei unproblematisch, wiegelt das Gesundheitsamt ab, die Patienten seien auf dem Transport in bester medizinischer Obhut. Das klingt allerdings ein bisschen merkwürdig, wenn man bedenkt, dass seinerzeit Millionen in diesen Hubschrauber-Turm investiert wurden, mit der Begründung, dass damit eine bedeutende Zeitersparnis erzielt wurde, die in gravierenden Fällen lebensrettend sein könnte.

Tatsache ist, dass neue Hubschrauber im Dienst sind, die größer und auch schwerer sind und damit nicht mehr auf der Plattform landen können. Das Problem, gibt das Gesundheits­amt dann auch an anderer Stelle zu, liege darin, dass der Umbau des Turms vier Millionen Euro kosten würde. Schließlich gehe es nicht nur darum, die Plattform zu vergrößern, sondern die gesamte Statik des Turms müsse erneuert werden, weil sie ein ganz anderes Gewicht zu tragen hätte. Der Durchmesser der Plattform müsste um 6,70 Meter vergrößert werden, was räumlich möglich wäre, auch wenn die Plattform dann quasi an das Klinikgebäude stoßen würde.

Nun wird überlegt, ob es möglich sei, die bestehenden Flug-Vorschriften auf Kanarenebene soweit abzuändern, dass die größeren Hubschrauber doch wieder auf der Plattform landen dürfen. Eine weitere Möglichkeit wäre natürlich, die kleineren Hubschrauber wieder für den Krankentransport in Dienst zu nehmen. Diese auf den ersten Blick einfachste Lösung wird allerdings vom Gesundheitsamt offensichtlich nicht favorisiert. Wie es heißt, müsse da sichergestellt sein, dass die Hubschrauber die gleiche Leistung bringen wie die neuen, sowohl flugtechnisch als auch in medizinischer Hinsicht.




Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.