Lahme Bürokratie vergrößert die Not der Menschen


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WOCHENBLATT-LESER HELFEN

Die monatelangen Verzögerungen bei der Genehmigung der sogenannten PCI – Prestación Canaria der Inserción, eine Art Sozialhilfe für Familien, die sich in einer Notlage befinden und keinerlei andere Einkünfte mehr haben, machen den Sozialdiensten der kanarischen Gemeinden schwer zu schaffen.

Sie wissen nicht mehr, was sie den Menschen antworten sollen, die sich in ihrer Not an ihre Gemeindeverwaltung wenden. Tausende Antragsteller warten bereits bis zu sechs Monaten, ohne eine Zuwendung, ja nicht einmal ein Antwort erhalten zu haben.

Die Verzweiflung unter den kommunalen Sozialhelfern ist groß, denn sie wissen teilweise nicht, wie sie Zwangsräumungen wegen fehlender Mietzahlungen oder die Sperrung der Strom- und Wasserversorgung verhindern können. Immer wieder senden sie Berichte und Anträge an die Abteilung  für Sozialpolitik der Kanarischen Regierung, um die gravierendsten Fälle zu schildern und um dringende Bearbeitung der entsprechenden Anträge auf PCI zu bitten.

Diese Anträge vonseiten der Gemeinden „informes de prioridad“ genannt, sind zwar in dem entsprechenden Gesetz nicht vorgesehen, doch das Ressort für Sozialwesen der Kanarischen Regierung hat 100.000 Euro für besonders dringende Fälle vorgesehen. Aus diesem Fonds werden dann normalerweise aufgrund dieser Dringlichkeitsanträge bevorzugt Mittel bereitgestellt.

Wie vom Verband der Sozialarbeiter Teneriffas verlautete, handelt es sich um eine Maßnahme, die vor etwa einem Jahr vom Sozialressort der Kanarischen Regierung eingeführt worden ist, um in besonderen Notfällen schnell eingreifen zu können, wenn die Wohnung einer Familie in Gefahr ist oder ähnlich schlimme Notfälle vorliegen. Damit sollte dann die übliche Wartezeit von sechs Monaten auf zwei Monate reduziert werden.

Tatsache ist jedoch, dass von den Sozialarbeitern der Gemeinden fast alle Fälle als Notsituationen angesehen werden, denn der Gang zur Gemeinde ist meistens die allerletzte Hoffnung der Menschen. Das hat dazu geführt, dass sich die Zahl der informes de prioridad – der Dringlichkeitsanträge vervielfacht hat, insbesondere nach den Sommerferien, wo sich die Bearbeitung der Anträge nicht nur sehr verlangsamt hat, sondern zeitweise komplett stagnierte.

Einige Gemeinden sind dazu übergegangen, bestimmte Kriterien festzulegen, in welchem Fall eine Beschleunigung der Bearbeitung der Anträge verlangt werden kann, wenn beispielsweise die Wohnung der Familie in Gefahr ist, oder die Versorgung von kleinen Kindern nicht mehr gewährleistet werden kann. Andere Stadtverwaltungen haben beschlossen, in den Fällen einen Dringlichkeitsantrag zu stellen, wo eine Antwort auf den PCI-Antrag mehr als drei Monate aussteht.

Die Entscheidung, in welchen Fällen eine Dringlichkeit vorliegt, wird vom jeweiligen städtischen Abteilungsleiter gemeinsam mit der Sozialarbeiterin getroffen, indem sämtliche triftigen Gründe erörtert werden, die eine Beschleunigung rechtfertigen. Wie einer Statistik zu entnehmen ist, werden von hundert Fällen, über die entschieden werden muss, zwölf als besonders dringlich eingestuft und als „informe de prioridad“ weitergeleitet.

In der Inselpresse erschienen wiederholt kritische Berichte über bedürftige Personen, die bereits um sechs Uhr früh vor dem Sozialamt in Santa Cruz Schlange stehen, um einen Hilfsantrag stellen zu können. Auch fanden in der Inselhauptstadt mehrfach Protestmärsche gegen die unzureichende Hilfe für sozial schwache Familien und die würdelose Behandlung von Antragstellern vonseiten der Behörden statt.

Private Hilfseinrichtungen müssen einspringen

All diese Menschen, die bei den Behörden vertröstet und deren Anträge auf die lange Bank geschoben werden, wenden sich schließlich an die kleineren Hilfsgruppen in ihren Gemeinden, die teilweise im Namen der Caritas oder als Nachbarschaftsverbände Lebensmittel und Hygieneartikel ausgeben, um die dringendsten Bedürfnisse zu decken. Aus unserer Aktion „Aus Geben wächst Segen“ unterstützen wir immer wieder derartige Initiativen. Erst kürzlich haben wir die Lebensmittel-Ausgabestelle der Caritas in Los Potreros mit 500 Euro bedacht. Neu an uns gewandt hat sich die Gruppe von La Concepción in Los Realejos, wo regelmäßig bis zu 200 Personen mit Lebensmitteln versorgt werden. Hier haben wir mit 1.000 Euro geholfen. Das alles ist nur dank der Spenden unserer Leser und Freunde möglich. Herzlichen Dank dafür.

Was bisher mit den Spendengeldern geschah

Alle Spenden kommen voll den verschiedensten hier ansässigen Hilfsorganisationen zugute. Dafür bürgt die nunmehr in 30 Jahren bei seinen Lesern erworbene Reputation des Wochenblatts. Das Sonderkonto bei der Solbank wird gebührenfrei geführt. Kein Cent für Verwaltungsaufwand oder dergleichen wird von Ihren Spenden abgezweigt. 
Bevor eine Hilfsorganisation vom Wochenblatt gefördert wird, unterhält man sich eingehend vor Ort mit den Verantwortlichen und macht sich ein Bild über deren Ziele, Arbeitsweise und Effektivität. Darüber wird in allen Wochenblatt-Ausgaben berichtet. 

Spendenempfänger:

„La Mesa“, Puerto de la Cruz und San Isi­dro/­ Granadilla (12/09, 02/10, 03/10) Euro 7.300
Servicio Social Adeje (12/09) Euro 2.500
Sozialer Speisesaal „Hijas de Caridad“, Santa Cruz de Tenerife(02/10, 05/10, 12/10, 07/11, 01/12, 12/12) Euro 15.000
Fundación „Candelaria Solidaria“ (02/10) Euro 1.000
Kinder-Tageszentrum Padre Laraña, Santa Cruz de Tenerife (04/10, 11/10, 12/10, 04/11, 09/11, 01/12, 04/12, 12/12, 01/13, 03/13, 8/13, 01/14 Weihnachtsbescherung, 03/14, 04/14) Euro 23.835
Caritas Puerto de la Cruz (06/10, 08/10, 01/11, 10/11) Euro 3.000
Sozialer Speisesaal „San Pío X“, Santa Cruz de Tenerife (09/10, 01/13) Euro 4.500
Caritas Teneriffa (03/11) Euro 3.000
Sozialer Speisesaal „Casa de Acogida María Blanca“, Puerto de la Cruz (8/11, 01/12, 9/12, 12/12, 03/13, 12/13, 2/14, 03/14) Euro 10.930
Caritas „Virgen de los Dolores“, Puerto de la Cruz (01/12, 09/12, 06/13, 06/14) Euro 3.750
Caritas Los Cristianos (02/12) Euro 2.000
Sozialer Speisesaal „San Vicente de Paúl“, La Laguna (05/12, 12/12, 2/14) Euro 6.000
Vier Hilfsstellen der Caritas, Puerto und Umgebung: „Virgen de los Dolores“, „San Juan de Padua“, „La Candelaria“ und „Peña de Francia“ (12/12, 3/13, 12/13, 3/14) zusammen Euro 8.000
Kinder-Tageszentrum in La Vera (1/13, 8/13, 03/14, 04/14) Euro 2.483,83
Caritas Los Potreros, Los Realejos (05/13, 9/13, 12/13, 10/14) Euro 2.300
Caritas La Concepción, Los Realejos (10/14) Euro 1.000

Einladung zum Mitmachen

Die Idee ist ganz einfach: Sie spenden einen Einmalbetrag oder sagen zu, monatlich ein Jahr lang, „Überwinterer“ vielleicht auch nur ein halbes Jahr lang, einen festen Betrag auf das Sonderkonto unserer Gemeinschaftsaktion „Aus Geben wächst Segen“ bei der Sol Bank einzuzahlen. Bankdirektor Don Emilio Bas Castells führt dieses Konto für uns kos­tenlos. Das Wochenblatt garantiert, dass jeder Cent von diesem Konto ohne Abzug Hilfsorganisationen auf Teneriffa zugute kommen wird. Von der Organisation, die Ihr Geld erhalten hat, bekommen Sie auf Wunsch eine Spendenbescheinigung. Als Vorbild für mögliche weitere Spender zur Nachahmung werden im Rahmen des „Spendenbarometers“ die Namen der Mitmachenden, sowie Höhe der Beträge in jeder Wochenblatt-Ausgabe veröffentlicht. Sie können sich dazu auch einen „Mitmachnamen“ ausdenken, unter dem Ihre Gabe genannt wird.

Spendenkonto bei der Solbank: 00810403340001185625

IBAN: ES1400810403340001185625

BIC: BSABESBB 

Das Online-Spendenformular finden Sie hier: