Lago Santiago – Ein neues Kapitel der endlosen Geschichte


Die Arbeiten am Meeresschwimmbad der Gemeinde Santiago del Teide erneut gestoppt

Schon in den achtziger Jahren trug man sich in der Gemeinde Santiago del Teide mit hochtrabenden Plänen für die Anlage von Meeresschwimmbädern nach dem Muster der Martiánez-Badelandschaft in Puerto de la Cruz für ihre Küstenzone Puerto de Santiago. Das Projekt war jedoch viel zu aufwendig und zu teuer für den damals noch kleinen und bescheidenen Ferienort.

Doch der langjährige, inzwischen verstorbene Bürgermeister Pancracio Socas, unter dessen Regierung Puerto Santiago unaufhaltsam bebaut wurde, verlor sein Lieblingsprojekt nie ganz aus dem Augen. Schon vor Jahren ließ er die Grünzonen für den künftigen Meerespark anlegen, doch beim Küstenamt, das für den größten Teil des Projektes – die Meeresseite mit dem Bau von Wellenbrechern etc. – zuständig war, lehnte immer wieder ab, obwohl die Pläne modifiziert worden waren.

Der kleine Ort hat sein Fischerdorf-Flair längst verloren und Bettenburgen erheben sich rund um die Bucht, so dass die Naturstrände Playa de la Arena und Los Gigantes längst zu eng geworden sind für die vielen Badegäste.

So holte Bürgermeister Juan Gorrin die Pläne für den Meerespark wieder aus der Schublade und im Dezember vergangenen Jahres begannen die Aushubarbeiten für das große Becken.

Bereits am 24. April, nur einen Monat vor den Wahlen, ließ das Küstenamt die Arbeiten stoppen, weil die Genehmigung inzwischen abgelaufen war. Es fordert eine neue Konzession sowie eine Reduzierung der Anlage auf der Küstenseite. Seitenwände der Grube rutschten ab, so dass die oberhalb verlaufende Straße La Sirena während der Osterwoche aus Sicherheitsgründen teilweise gesperrt werden musste.

Mitte Juni wurde die gesamte Straße wegen Einsturzgefahr gesperrt und wenige Tage später brach ein Stück der Straße ein, die noch immer für den Verkehr geschlossen ist.

Während der Architekt des Projektes die Konditionen des Küstenamtes als unbegründet ablehnt und eine Änderung des Projekts als undurchführbar und auch unbezahlbar bezeichnet, hat die gesamte Opposition im Rathaus von Santiago del Teide zum Angriff auf Bürgermeister Gorrin geblasen. Er soll den Bürgern endlich erklären, was mit dem Projekt Lago Santiago passiert ist und weshalb mit großer Hast, einer verfallenen Lizenz und ohne geologische Studien und Proben der Bodenbeschaffenheit plötzlich mit dem Bau begonnen wurde. Natürlich kennt sie den Grund genau – die Kommunalwahlen standen vor der Tür.

Jetzt verlangt die Opposition im Namen der Bürger und der zahlreichen Urlaubsgäste die Sanierung und Wiederherstellung der Straße, eine Hauptverkehrsader der Küstenzone.

Nach den ersten technischen Untersuchungen soll, sobald die erforderlichen Bodenproben genommen sind, das gesamte Straßenstück entfernt werden, verlautet aus dem Rathaus, um dann eine endgültige Entscheidung zu treffen. Höchstwahrscheinlich muss eine Fangmauer errichtet werden, deren Bau mindestens zwei Monate in Anspruch nehmen wird, und Pessimisten haben den Verdacht, dass sich auch bis Weihnachten dieses Jahres noch nicht viel geändert haben wird.




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