Küstensanierung hat begonnen


© Moisés Pérez

Am 30. Oktober ließ das Umweltministerium die esten Häuser an der Nordküste Teneriffas abreißen

Wie bereits angekündigt hat das Umweltministerium über die Abteilung für Küstenverwaltung noch im Oktober mit dem Abriss zahlreicher illegal errichteter Häuser und Fischerbuden an Teneriffas Nordküste begonnen.

Am 30. Oktober versetzte gegen 10.30 Uhr ein Schaufelbagger der ersten Hütte den „Todesstoß“. Und dies war nur der Anfang. Im Laufe des Tages stürzten nach und nach zehn Bretterbuden und kleine Häuser ein. Bis zu 400 wild durcheinander und ohne Genehmigung in die Felsen gebaute Wochenendhäuschen werden der Aufräumaktion des Umweltministeriums zum Leidwesen ihrer Eigentümer zum Opfer fallen.

Die ersten Abrisse wurden in den Fischerorten El Cangrejillo, Rojas und El Puertito in El Sauzal durchgeführt. Über mehrere Monate werden diese Abrissarbeiten und die Schuttbeseitigung bzw. Rückversetzung dieser Küstenabschnitte in ihren ursprünglichen Zustand dauern. An vielen Stellen werden Arbeiter die Häuser und Schuppen von Hand einreißen müssen, da es keine Zufahrtsmöglichkeit für den Bagger gibt.

2,5 Millionen Euro werden in diese Küsten-Säuberungsaktion gesteckt, die den Anfang eines großen Sanierungsprojektes bildet – Ergebnis eines Abkommens zwischen dem Umweltministerium und der kanarischen Regierung. Ziel ist es, die Küste von illegalen Bauten zu befreien und die natürliche Umgebung wieder herzustellen. Später sieht das Projekt den Bau eines Spazierwegs entlang der Küste vor.

Pedro Gómez, Leiter der Umweltschutzeinheit APMUN, die für den Abriss zuständig ist, sagte: „Wir führen hier ein sehr aufwändiges und umfangreiches Projekt aus, dessen Ziel es ist, die Natur zu schützen und diese Naturgebiete allen Bürgern zugänglich zu machen. Die Hütten stellen nicht nur ein visuelle Verschandelung der Landschaft dar, sondern bedeuten eine akute Umweltverschmutzung. Hier gibt es keine Müllabfuhr und so landet der Abfall oft im Gelände, und auch das Abwasser wird aufgrund fehlender Kanalisation direkt in die Felsen geleitet.“

Noch vor wenigen Wochen nahmen die Eigentümer der betroffenen Häuser an einer von einem Nachbarschaftsverband veranstalteten Demo gegen die Abrisse in Santa Cruz teil. Noch vor ein paar Monaten hatten einige angekündigt, ihr vermeintliches Eigentum wenn nötig mit Zähnen und Krallen zu verteidigen, andere drohten mit einem Hungerstreik. Am 30. Oktober verliefen die ersten Abrisse im Beisein einiger weniger Eigentümer allerdings ohne Zwischenfälle.

Räumungsbefehl auf La Palma

Nicht nur auf Teneriffa hat APMUN mit der Ausführung der Anweisungen des Umweltministeriums begonnen. Auch andere Inselküsten sind betroffen. Auf La Palma haben Anwohner der Playa Nueva in Tazacorte einen Räumungsbefehl erhalten. Seit Jahren besetzen sie unrechtmäßig öffentlichen Grund und Boden mit ihren Hütten und Häusern, die laut Räumungsbefehl am 10. November abgerissen werden sollen.

Hier trifft es allerdings nicht nur Zweitwohnsitze bzw. Wochenendhäuser. Hier leben arme Menschen, die kein zweites Zuhause haben, beklagt ein Nachbarschaftsverband. Der Landwirt José Rodríguez beispielsweise verdient monatlich 600 Euro. Zusammen mit seiner Frau lebt er an der Playa Nueva.

Die Gemeinden haben angekündigt, Betroffene zu unterstützen, die nur dieses eine Domizil haben.




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