Küstensanierung durch Abrisse stößt im Cabildo auf Kritik


© Ayto. Granadilla

Während in Granadilla die ersten illegalen Bauten abgerissen wurden, bemüht sich das Cabildo um den Erhalt des Hotels El Médano

Nachdem das Umweltministerium seine Absicht mitteilte, die Küsten Teneriffas von illegalen Bauten zu befreien und in diesem Zuge bis zu 418 Buden, Hütten, Wochenendhäuschen und gar ein Hotel abzureißen, war in Granadilla bereits der Bagger am Werk und hat die ersten illegalen Bauten demoliert.

Zwischen Puerto Clérigo und Punta del Levitero gibt es nach Auskunft der Gemeinde über 40 illegale Behausungen, die durch den Ausbau von Höhlen entstanden sind oder als Bretterbuden in die Küstenlandschaft gebaut wurden. Die Gemeinde hat sich bereitwillig an der Aktion des Ministeriums beteiligt und betrachtet die Abrisse als Gewinn für die Bürger, die nun über etwa einen Kilometer freie Küste mehr verfügen.

Nicht so gut bewertet werden die Abrisspläne andernorts. Cabildo-Vizepräsident José Manuel Bermúdez übte scharfe Kritik an der Politik aus dem Madrider Ministerium, „die sich mehr mit der Zerstörung als mit der Sanierung der Küste befasst“. Im Cabildo wird nun über die Möglichkeit beraten, das Hotel El Médano, das unmittelbar am gleichnamigen Strand liegt, und das Fischerörtchen Cho Vito in Candelaria zu „Kulturgütern“ der Insel zu erklären, um deren Abriss zu verhindern. Den Eigentümern der betroffenen Häuser in Cho Vito (Candelaria), El Caletón (La Matanza) und El Puertito (El Sauzal) will Bermúdez bezüglich ihrer rechtlichen Möglichkeiten beratend zur Seite stehen.

Cabildo-Präsident Ricardo Melchior hat Umweltministerin Cristina Narbona zumindest das Versprechen abgerungen, jegliche Entscheidungen im Zusammenhang mit Abrissen illegaler Häuser im Einvernehmen mit der Inselverwaltung und der betreffenden Gemeinde zu treffen. Die Kompetenzen auf diesem Gebiet liegen allerdings weiterhin in Madrid.




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