Kriminelles Camping


© Moisés Pérez

Über das Osterwochenende erwartet Teneriffas Südküste über 9.000 Camper

Teneriffas Südküste ist weiterhin der Punkt der Insel, der die meisten Camper anzieht. Traditionell packen viele Einheimische am Osterwochenende ihre Zelte ein und machen sich auf den Weg an die Strände und Buchten bei Granadilla und Guía de Isora, die sie mehrere Tage lang massiv besetzen.

Wer glücklicher Besitzer eines Wohnwagens ist, unternimmt vielleicht einen Kurztrip auf eine Nachbarinsel, doch auch auf Teneriffa werden zahlreiche dieser fahrbahren Wochenendhäuschen gesichtet. Ohne auf ausdrückliche Zeltverbote zu achten und sich um die nicht vorhandenen sanitären Einrichtungen wie WCs und Duschen zu kümmern, schlagen die Camper ihre Zelte auf und stellen ihre Wohnwagen ab. Dabei hinterlassen sie nach ihrem mehrtägigen Aufenthalt nicht nur einen plattgedrückten Flecken Erde, sondern auch tonnenweise Müll. Im vergangenen Jahr meldeten die Verantwortlichen der Gemeinde Guía de Isora 15 Tonnen Abfall von wilden Campern.

Während sich die einen über den Dreck aufregen, moniert die Gegenseite das Fehlen standardmäßiger Campingplätze. Der Verband für die Rechte der Camper (Prodecam) im Süden Teneriffas erwartet auch in diesem Jahr wieder über 9.000 Kurzurlauber, die über das lange Osterwochenende ihre Zelte an den Stränden aufschlagen werden. Verbandspräsident José Antonio Pérez bedauert, dass diesen vielen Campingurlaubern noch immer kein ausgewiesener Zeltplatz im Landkreis zur Verfügung steht. „Der Campingplatz bei La Tejita in Granadilla wird und wird nicht fertig, und das Cabildo hat eine Menge Geld für nichts investiert“, beschwert er sich und kündigt an: „Weil uns keine geeigneten Plätze zur Verfügung stehen, werden wir unsere Zelte aufschlagen, wo ein freies Gelände ist, wobei wir uns der Umwelt gegenüber respektvoll verhalten und die Umgebung sauber halten werden.“ Eine Behauptung die angesichts der Erfahrung vergangener Jahre kaum glaubhaft scheint.

Pérez rief außerdem die von der Campingwelle betroffenen Gemeinden auf, die Grundstücke, auf denen die wilden Zeltplätze entstehen, mit den nötigsten sanitären Einrichtungen sowie Strom- und Wasser auszustatten.

Mindestens sieben Campingplätze

Da scheinbar immer mehr Familien das Camping als Urlaubsalternative entdecken und die Zahl der Camper seit ein paar Jahren stetig wächst, fordert José Antonio Pérez das Cabildo auf, sich entschieden für den Ausbau von Campingplätzen im Süden Teneriffas einzusetzen. Mindestens sieben Campingplätze werden benötigt, um den Bedarf zu decken, meint Pérez. Als mögliche Standorte schlägt er die Küstenstreifen von Güímar, Arico, Arona, Adeje und Guía de Isora vor.




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