Krankenhausneubauten weiter in Verzug


© Moisés Pérez

Regierung stellt Änderungen an Originalprojekten vor, die 24 Mio. Euro an Mehrkosten verursachen

Die von der kanarischen Regierung angekündigten Termine für die Fertigstellung und Eröffnung der beiden neuen öffentlichen Krankenhäuser auf Teneriffa – in El Mojón bei Los Cristianos und in Buen Paso bei Icod de los Vinos – sind erneut verschoben worden. Nun hat die Regionalregierung versprochen, die Krankenhäuser 2012 fertigzustellen.

Seit zwanzig Jahren werden diese neuen Gesundheitseinrichtungen dringend gefordert; ein Anspruch, der durch das Bevölkerungswachstum – insbesondere im Süden der Insel – mehr als gerechtfertigt ist. Doch die Baustellen machen wenig Fortschritte und seit sechs Monaten steht die Arbeit komplett still. Jetzt wurden die neuen Projekte vorgestellt, die die Baukosten um 24 Millionen Euro in die Höhe schnellen lassen.

Im Süden echauffierte sich unlängst die Bürgerplattform Pro-Hospital Público del Sur über das mangelnde „Fingerspitzengefühl“ der Regierung und bemängelte die erneuten Etatsbeschneidungen, die das Projekt weiter verzögern werden. Gerade hier ist ein öffentliches Krankenhaus dringend nötig, denn die Bevölkerung ist in den letzten fünf Jahren um über 120 % gewachsen. Der regionale Regierungspräsident Paulino Rivero hatte selbst im Juni 2008 bei der Einweihung eines neuen Gesundheitszentrums in Valle San Lorenzo noch eingeräumt, dass der ursprüngliche Fertigstellungstermin für das Hospital in El Mojón nicht eingehalten werden kann und als neuen Termin das Jahr 2011 genannt. 

Fast lächerlich erscheint angesichts der heutigen Situation auch die Äußerung von Cabildo-Präsident Ricardo Melchior im Jahr 2007. Im Sommer dieses Jahres teilte der Vorsitzende der Inselverwaltung mit, dass das Krankenhaus im Norden möglicherweise in neun Monaten eröffnet werden könnte. Das Südkrankenhaus sollte nach Melchiors damaliger Einschätzung bis Mai/Juni 2008 fertig werden.

Neue Pläne verursachen Mehrkosten von 24 Mio. Euro

Am 30. Dezember 2009 wurden von der kanarischen Regierung und der regionalen Gesundheitsbehörde gemeinsam wiederum neue Pläne für die beiden Krankenhäuser vorgestellt. Im Rahmen einer Pressekonferenz berichteten Vertreter von Regierung und Sanidad von den zusätzlichen Leistungen, die beschlossen wurden, um den Service der Kliniken umfassender zu gestalten. Eine Abänderung der architektonischen Pläne sei notwendig geworden, da beide Einrichtungen nun größer als ursprünglich vorgesehen ausfallen werden, was natürlich auch eine Anpassung der Finanzplanung erforderlich gemacht habe,

berichtete die regionale Gesundheitsministerin Mercedes Roldós. Die Überarbeitung der Projekte habe die Kosten um über 24 Millionen Euro erhöht. Die Gesamtkosten beider Projekte werden mit 62.123.530 Euro beziffert. Der Leiter des kanarischen Gesundheitsdiens­tes, Guillermo Martinón, teilte mit, dass die Kliniken voraussichtlich im Juni 2012 den Betrieb aufnehmen werden.

„Wir glauben gar nichts mehr“

„Sie haben uns viele Jahre lang hingehalten und wir sind enttäuscht“, so äußerte sich ein Sprecher der Bürgerplattform Pro-Hospital Público del Sur nach Bekanntwerden der neuen Verzögerungen. Bereits seit 15 Jahren fordere man ein öffentliches Krankenhaus für den Süden der Insel, eine dringende Notwendigkeit allein deshalb, weil der vorhandene Pädiatriedienst mehr als unzureichend für die mittlerweile 40.000 Kinder in diesem Inselteil sei. Nun bleibe den Bürgern nichts anderes übrig als zu warten und zu hoffen, dass die Regierung endlich ihre Versprechen erfüllt.

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