Kinderheim feiert silbernes Jubiläum


© José Romero Meneses

25 Jahre liebevolle Sorge für benachteiligte Kinder

Der 1. Juni war für die katholischen Schwestern im „Centro Educativo Matilde Téllez“ in Puerto de la Cruz ein großer Tag. Sie konnten mit ihrem Heim für verlassene und benachteiligte Kinder, gemeinhin als das Waisenhaus von Puerto de la Cruz bekannt, ihr 25-jähriges Bestehen feiern.

Zahlreiche Ehrengäste wie Bürgermeister Marcos Brito in Begleitung mehrerer Stadtverordneter, Vertreter des Cabildos und anderer offizieller Einrichtungen hatten sich eingefunden, um dem Dankgottesdienst beizuwohnen, den Bischof Bernardo Alvarez zusammen mit den Pfarrern der Kirchengemeinden von Puerto de la Cruz im Zentrum zelebrierte.

Sor María del Carmen, die derzeitige Leiterin des Zentrums Matilde Téllez, dankte in ihrer Begrüßungsrede den Gästen, die der Einladung so zahlreich gefolgt waren.

Die kleine Gruppe von Schwestern der Kongregation der Töchter Marias  Mutter der Kirche, – Hija de María Madre de la Inglesia -, die sonst in aller Stille ihren Dienst bei der Erziehung und Versorgung elternloser und verlassener Kinder versehen, hatten an diesem Tag ihr Haus festlich geschmückt. Sie hatten alle die Menschen eingeladen, die auf die eine oder andere Weise dazu beigetragen haben, ihre schwierige Aufgabe in den vergangenen 25 Jahren zu erfüllen, um ihnen zu danken.

Mehrere ehemalige „Zöglinge“ des Heims, inzwischen junge Menschen, die im Leben stehen, hatten es sich nicht nehmen lassen, dem Fest beizuwohnen oder es sogar mitzugestalten. Sie wurden von den Schwestern natürlich ganz besonders herzlich begrüßt.

Das „Centro Matilde Téllez“ ist kein Waisenhaus im üblichen Sinne. Viele Kinder, die hier Aufnahme gefunden haben, stammen aus Familien, die am Alkohol oder an Drogen zerbrochen sind, die vernachlässigt und verlassen wurden. Einige wurden von ihren Müttern, die der Insel den Rücken gekehrt haben, einfach zurückgelassen. Von öffentlichen Stellen, wie Gemeinden oder der Inselverwaltung werden sie in die Obhut der Schwestern gegeben. Diese versuchen, ihnen Nestwärme zu vermitteln und so etwas wie eine Familie mit vielen Geschwistern zu ersetzen.

Zu dem Zentrum, oberhalb vom ehemaligen Busbahnhof gelegen, gehört auch ein Kindergarten, in dem die kleinen Heimbewohner betreut werden. Aber auch Kinder von alleinerziehenden Müttern, die ihren Lebensunterhalt verdienen müssen und ihre Kleinen nicht selbst versorgen können, finden bei den Schwestern Aufnahme.

Jetzt, da die Folgen der Wirtschaftskrise immer stärker zu spüren sind und immer mehr Menschen in Not geraten, bemühen sich die Schwestern darum, auch hier zu helfen. Soweit es ihre bescheidenen Möglichkeiten zulassen geben sie Lebensmittel und Kleidung an bedürftige Menschen aus.

Doch auch am Zentrum Matilde Téllez ist die Krise nicht spurlos vorübergegangen. Die staatlichen Zuwendungen werden immer geringer, und die Finanzierung des Heims gestaltet sich mehr als schwierig, sodass man weitgehend auf Spenden angewiesen ist.

Seit nunmehr zwölf Jahren liegen die Kinder des Zentrums Matilde Téllez der Wochenblatt-Redaktion ganz besonders am Herzen. Mit der großzügigen Unterstützung unserer Leser konnten wir alljährlich dazu beitragen, ihnen ein schönes Weihnachtsfest zu gestalten, und das wollen wir auch in Zukunft beibehalten.

Den Schwestern des Zentrums wünschen wir für das nächste Vierteljahrhundert viel Glück und Erfolg bei ihrer selbstlosen Arbeit.




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