Karneval 2006


Gedanken für mich – Augenblicke für Gott

Biblische Texte sind oft knapp geraten, mit vielen Wiederholungen und oft nur wenigen Informationen. So gleichen sie quasi schwarz-weiß-Zeichnungen, die wir ausmalen können und auch sollen. Das nennt die kirchliche Tradition dann „Betrachtung“. Ein kleiner Junge sagte mir einmal: „Ich habe ein Malbuch von Jesus. Da darf man nicht über die Linien malen.“ Nicht über die Linien malen heißt bei der Betrachtung: Die Szenen nicht verändern – nur ausmalen und mit Farben versehen.

Wenn nun in diesen Tagen allüberall Karneval gefeiert wird, dann möchte ich die Gelegenheit mal beim Schopfe packen und den Glauben von der humoristischen Seite nehmen. Ich male also mal etwas aus, was einer angeregten Fantasie entstammt – die Ihrige vielleicht anregt – auch wenn hier und dort ein wenig über die Linien hinausgemalt wird….:

Der Pfarrer liest im Religionsunterricht aus der Bibel vor: „Und der Vater des verlorenen Sohnes fiel auf sein Angesicht und weinte bitterlich! – Kannst du mir sagen weshalb, Florian?“ – „Klar! Knallen sie doch mal mit der Nase voll auf die Erde, da kommen ihnen auch die Tränen!“

  Ein Pfarrer und ein junger Mann sitzen in einem Park auf der Bank. Der junge Mann liest in der Bibel und ruft auf einmal: „Halleluja!“ Daraufhin fragt ihn der Pfarrer, was denn los sei. „Oh, ist es nicht wunderbar, wie Gott Moses und das Volk durch das Meer geführt hat?“ Sofort erklärt ihm der Pfarrer, dass das Meer zu diesem Zeitpunkt wohl nicht tiefer als 40 cm gewesen sei und das Volk locker durchwaten konnte. Fünf Minuten später flippt der junge Mann völlig aus und ruft noch lauter: „Halleluja!“ – „Was ist denn jetzt schon wieder?“, fragt ihn der leicht genervte Pfarrer. Und der junge Mann antwortet: „Aber das ist doch ein Wunder! In nur 40 cm tiefem Wasser ersäufte Gott eine ganze Armee!“

Adam fühlt sich so allein im Paradies. Da ruft er Gott und sagt: „Ich hab ein Problem.“ – „Und welches?“, fragt Gott. Adam antwortet: „Ich bin einsam und mir ist langweilig.“ „Kein Problem“, sagt Gott, „ich werde dir eine Frau erschaffen.“ „Eine Frau?“, sagt Adam, „was ist das?“ „Eine Frau ist das intelligenteste, einfühlsamste und liebenswerteste Geschöpf auf der Erde. Sie ist so intelligent, dass sie deine Wünsche erkennt, noch bevor du selbst den Wunsch verspürst. Sie ist so einfühlsam, dass sie all deine Stim-mungen kennt und weiß, wie sie dich glücklich macht. Ihre Schönheit ist unvergleichlich und sie wird immer für dich da sein. Eine bessere Entsprechung gibt es nicht für dich.“ „Klingt gut“, sagt Adam, „aber was kostet mich das?“ „Nun“, antwortet Gott liebevoll, „deinen rechten Arm, dein rechtes Bein, ein Auge und ein Ohr und den linken großen Zeh.“ „Oh“, sagt Adam und schweigt für einen Moment. Seine Stirn legt sich in Falten und dann meint er: „Äh – und was bekomme ich für eine Rippe?“

Am Eingang des Männer-Himmels gibt es zwei riesige Tore. Über dem einen steht: Für Ehemänner, die von ihren Frauen unterdrückt wurden. Davor steht eine riesige Schlange von Männern. Über dem anderen Tor steht: Für Ehemänner, die ihre Frauen unterdrückt haben. Das Tor ist verstaubt und voller Spinnwe-ben; schon seit Jahren hat sich hier keiner mehr angestellt. Bis eines Tages auch vor diesem Tor ein einzelner Mann steht. Nachdem Petrus endlich den Schlüssel für das Tor gefunden hat, fragt er den Mann, warum er denn vor dieser Türe stehe. Daraufhin antwortet der: „Ich soll mich hier anstellen, hat meine Frau gesagt.“

Der Pfarrer ist mit seiner Gemeinde gerade dabei den Kreuzweg zu beten, als er zu einem Sterbefall gerufen wird. Er bittet seine Haushälterin, den Kreuzweg weiter zu beten; zum Schlusssegen wäre er wieder zurück. Nun dauerte es doch etwas länger, und als der Pfarrer kurz vor Mitternacht nach Hause kommt, brennt in der Kirche immer noch Licht. Er geht hin und hört wie seine Haushälterin tapfer betet: „82. Station: Simon von Cyrene  heiratet Veronika mit dem Schweißtuch.“

Ihr Bertram Bolz, Diakon

Kath. Touristen- und

Residentenseelsorger

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