Kanaren leiten ihre Nationalparks in eigener Regie


© Thomas Müller

Spanische Regierung überträgt nach jahrelangen Verhandlungen der Regionalregierung die Verwaltungskompetenzen

Vertreter der spanischen und der kanarischen Regierung haben sich Ende September da­-rauf geeinigt, die Kompetenzen für die Verwaltung der vier kanarischen Nationalparks vom Staat an die autonome Region zu übertragen. Die Sitzung fand im Parador Nacional im Nationalpark Las Cañadas del Teide auf Teneriffa statt, und der Vorsitz wurde von Manuel Chaves, Minister für territoriale Politik sowie dritter Vizeregierungschef im Kabinett Zapa­tero, geführt.

Auf kanarischer Seite nahmen der regionale Minister für Umwelt und territoriale Politik, Domingo Berriel, und der Vizepräsident der kanarischen Regierung, José Manuel Soria, teil. Letzterer unterstrich die gute Verständigung und das angenehme Klima bei den Verhandlungen. Bei Manuel Chaves bedankte er sich für die Bereitschaft der Zentralregierung in Madrid, die Unterzeichnung dieses Abkommens voranzutreiben, „das Ergebnis jahrelanger Verhandlungen“. Die kanarische Regierung hatte sich bereits seit Jahren um die Übertragung der Kompetenzen zur Verwaltung der Nationalparks bemüht.

Ab 1. Januar 2010 wird die Regionalregierung der Inseln also die Verwaltung der Parques Nacionales de La Caldera de Taburiente (La Palma), El Teide (Tenerife), Garajonay (La Gomera) und Timanfaya (Lanzarote) übernehmen. Die spanische Regierung steuert hierzu 16,5 Millionen Euro bei und überträgt der Regionalregierung 87 Arbeitsplätze. Fortan wird also die Ausarbeitung, Genehmigung und Umsetzung der Nutzungspläne der Nationalparks der Regionalregierung obliegen. Auch die Ernennung der jeweiligen Parkdirektoren wird nicht mehr durch den Staat, sondern durch die Region erfolgen.

Die Unterzeichnung des Abkommens zur Übertragung der Kompetenzen findet nach einem langwierigen Verhandlungsprozess zwischen Zentral- und Regionalregierung statt. 2004 hatte das spanische Verfassungsgericht entschieden, dass die autonomen Regionen in der Lage sind, ihre Nationalparks selbst zu verwalten, doch die diesbezüglichen Verhandlungen der spanischen und der kanarischen Regierung scheiterten immer wieder an der Kos­tenfrage für die Übertragung.

Inzwischen hat der spanische Staat neun der vierzehn Nationalparks den autonomen Regionen überschrieben. Nach Andalusien, Aragón, Galicien und den Balearen folgten nun die Kanaren.




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