Kanal der tausend Fenster


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Gefährliches Wanderziel soll sicher werden

„Las mil ventanas“ oder „Canal de los mil“ – der Kanal der tausend Fenster – nennt sich ein Wanderziel in Güímar, das zwar äußerst beliebt, jedoch auch mindestens ebenso gefährlich ist.

Kanal deshalb, weil die Wanderung an einem ehemaligen Wasserkanal entlang verläuft, der einst in schwindelerregender Höhe in die senkrecht abfallende Felswand des Barranco de Badajoz gebaut wurde. Die Fenster sind Öffnungen, die während des Kanalbaus in den Felsen geschlagen wurden. Fast sechs Kilometer schlängelt sich dieser Wasserkanal in rund 80 Metern Höhe an der Felswand entlang. Durch die „Fenster“ bietet sich ein atemberaubender Ausblick. Doch die Sicherheit der Wanderer ist keinesfalls gewährleistet, denn der Weg ist nicht offiziell als Wanderpfad ausgewiesen, wird weder instand gehalten noch gewartet. Trotzdem wagen viele Abenteuerlustige den Ausflug dorthin. 

Nun will die Inselverwaltung prüfen lassen, ob und mit welchem Aufwand dieser Weg in das Wanderwegenetz der Insel und damit in das touristische Ausflugsangebot aufgenommen werden könnte. Inselpräsident Carlos Alonso kündigte die Durchführung entsprechender Untersuchungen an, um zu ermitteln, wie dieses Vorhaben umgesetzt werden kann. Dabei soll die Sicherheit der Wanderer im Vordergrund stehen. Man wolle prüfen, wie viel es kosten würde, diesen Weg instand zu setzen und unter Gewährleistung der Sicherheit als Wanderweg auszuweisen. 

Alonso sieht darin eine Bereicherung des naturbezogenen Freizeitangebots der Gemeinde Güímar und eine gute Möglichkeit, die Gemeinde touristisch weiter zu erschließen. Außerdem würde eine Absicherung des Weges die heute bestehende Unfallgefahr weitgehend ausschließen, was dem Cabildo ein Anliegen ist. Denn auch wenn der Weg nicht offiziell gekennzeichnet ist, wird er doch häufig von Wanderern frequentiert, die sich dadurch in Gefahr bringen.

Wandervereine wie beispielsweise „Patea tus montes“ bieten die Tour aus Sicherheitsgründen nicht an. Wie José María Pérez von dem seit 20 Jahren auf Wander- und Erlebnistouren in der Natur spezialisierten Verein der Zeitung „Diario de Avisos“ erklärte, sei dieser Weg wegen der großen Erdrutschgefahr viel zu gefährlich. Man könne nicht riskieren, dass ein Teilnehmer sich verletze, wenn der Untergrund nachgebe. 

Auch bei der Gemeinde ist man sich dieser Gefahr bewusst. Der Leiter des örtlichen Tourismusamts steht in Kontakt mit der Inselverwaltung, um dieses Problem zu lösen. Zunächst habe er vom Cabildo die Auskunft erhalten, das Gelände befinde sich in Privatbesitz, und die Gemeinde soll ihrerseits jegliche Werbung dafür unterlassen, erklärt Gustavo Pérez. Dieser Anweisung sei man nachgekommen, doch er frage sich, wer haftbar wäre, wenn ein Unfall passiert, denn schließlich sei das Gebiet trotzdem weiterhin frei zugänglich.   




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