Jesus auf dem Wasser


Gedanken für mich – Augenblicke für Gott

Auch in diesen wilden Tagen

hat der Herr uns was zu sagen;

er tut dies meist in schönen Worten

oder handelt an markanten Orten.

So in Matthäus 14 steht

wie Jesus übers Wasser geht.

Da dies in diesen Tagen sollt närrisch sein,

erzähl ich es hier mal einfach im Reim:

Wir sind am See Genezareth,

die Jünger wollen grad ins Bett,

da sagt der Meister: „Steigt ins Boot

und rudert raus ins Abendrot.

Ich komme gleich und keine Fragen!“,

das Wann und Wie aber lässt er im Vagen.

Die Jünger dümpeln so dahin,

da kommt ein Sturm, sie wollen fliehn.

Mit reichlich Schiss und Gegenwind

die halbe Nacht auf See sie sind.

Und denken nur: „Ach Scheibenkleister!

Wo bleibt denn nur der Herr und Meister!“

Und plötzlich, so, als hätt’ er’s vernommen,

kommt er backbord – nein: nicht geschwommen – 

sondern im galanten Gang

auf einem Wellenkamm entlang.

Beruhigt schnell den wilden See,

dann kommt, an Bord, er rasch zum Tee.

Und die Jünger, erst erschrocken,

waren dankbar von den Socken.

Nur: So fragt sich heut ein schlauer Mann

wie so was funktionieren kann.

So berechnet er dann mit vielen Zahlen

Wasserverdrängung durch Sandalen.

Auch Wasserdichte und Gewicht

vergisst er in der Formel nicht.

Und kommt dann schließlich zu dem Schluss,

dass da etwas nicht stimmen muss.

Um übers Wasser so schön zu laufen,

ohne dabei abzusaufen,

müsst auf dem Tacho 70 (!) stehn.

Unmöglich kann doch so was gehn!

Jesus kann das niemals schaffen

der macht doch höchstens 20 Sachen.

Also alles nur gelogen?

Hat die Schrift uns gar betrogen?

Die Bibel will glaub mehr uns sagen

als Fakten, Daten und Jahreszahlen.

Es kommt Matthäus nicht drauf an,

wie schnell nun Jesus laufen kann.

Ich glaub, er will nur unsrem Leben

eine gute Richtung geben.

In meinem Leben – s’ist normal –

läuft’s auch nicht immer optimal.

Hab ich mal Grund heftigst zu klagen,

mich Gegenwind und Wellen plagen,

dann kann ich mir ganz sicher sein,

ob nun auf See oder daheim,

dass Jesus dann in der Nähe ist

und mich vor Gröbsten mal wieder beschützt.

Egal mit wie viel km/h

Hauptsache für mich: Er ist doch da.

Natürlich reicht’s nicht auszuruhn,

ich muss auch selbst noch etwas tun.

Das Wichtigste dabei ist: Dass ich vertrau!

Ob mit oder ohne großes Helau.

Dann spür in meinem Herzen ich Gottes Wort,

und manchmal spür ich ihn selbst dort.

Was er mir sagt, voll Hoffnung ist,

weil er mich niemals mehr vergisst.

So grüß ich Euch für heute froh

mit kräftigem Narri – Narro!

 

 Ihr

 

 Bertram Bolz, Diakon

 Kath. Touristen- und

 Residentenseelsorger




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