„Jede körperliche Erkrankung hat ihren seelischen Ursprung“


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Interview mit dem Ehepaar Brodde:

Immer wieder tauchen in den Medien Berichte über Menschen auf, die über außergewöhnliche Heilkräfte verfügen. Zahllose Menschen begeben sich hoffnungsvoll in die Hände von sogenannten Heilern, geben dafür oft die medizinische Behandlung von schweren Krankheiten auf. In den allermeis­ten Fällen ist die Hoffnung auf Wunderheilung vergeblich.

Die Zeitschrift „P.M. Welt des Wissens“ schreibt im Juni 2004 zum Thema „Wunderbare Heilungen“, dass es ganz offensichtlich drei Arten von Überlebensstrategien sind, die zum Erfolg führen: die Kämpfer, die Gottesgläubigen und die „Umsteiger“, die ihr Leben radikal ändern.

Da sich Teneriffa in den alternativen Insider- und Esoteriker-Kreisen seit Jahren immer stärker den Ruf erwirbt, ein besonders heilkräftiges und energiestarkes Potenzial zu besitzen, ist das Wochenblatt der Frage nachgegangen.

Auf der Visitenkarte von Ulrich Brodde liest man: Tai Chi, Fotografía; kein Wort von Geistheiler oder etwas in der Richtung. Lediglich das „Tai Chi“ gibt einen Hinweis darauf, dass er mit Energien arbeitet. Seine Frau Micky wirkt bodenständig und kein bisschen „abgehoben“. Beide sind übrigens Raucher. Auf die Frage, wie sie das denn mit ihrem Heilertum vereinbaren können, kommt  die leicht verlegene Antwort: „Ja, eigentlich müssten wir uns das mal abgewöhnen. Aber wir sind halt auch nur normale Menschen und haben unsere Schwächen.“

Aufgrund unser Serie „Alternative Heilmethoden – Heiler, Heilpraktiker und das Unerklärliche“ waren sie in unsere Redaktion gekommen und hatten sich dort als Geistheiler vorgestellt. Wir haben sie daraufhin interviewt.

Wochenblatt: Wie sind Sie eigentlich zur Geistheilung gekommen?

Micky Brodde: Ursprünglich hatte ich eine ganz andere Ausbildung, obwohl ich eigentlich Tierärztin werden wollte. Mich haben immer Tiere und ganz speziell Hunde interessiert. So habe ich dann eine Heilpraktiker- und Homöopathie-Ausbildung gemacht. Dieses Wissen habe ich dann auf Tiere übertragen. Da habe ich mit Homöopathie, Bachblüten etc. gute Heilerfolge erzielt. Als ich dann Ulrich, meinen zweiten Mann, kennenlernte, war da sofort eine intensive Verbindung da, und über ihn bin ich dazu gekommen, mich dann auch zum Geistheiler ausbilden zu lassen.

Ulrich Brodde: Also, eigentlich habe ich eine typische Laufbahn als Geschäftsmann hinter mir. Damals ging ich businessmaßig gestylt und orientiert durch mein Leben. Bis dann meine erste Frau krank wurde und ihr Schilddrüsenleiden bei einem Geistheiler kurieren wollte. Ich war sehr dagegen, denn ich glaubte nicht an derartige Mätzchen. Doch ihr half der Geistheiler offensichtlich. Dann bin ich auch dorthin gegangen, weil ich ihn als Scharlatan entlarven wollte – und er hat mich nicht nur überzeugt, sondern mir angeboten, mich als Geistheiler auszubilden, weil er meinte, ich hätte die Anlagen dazu. Ich dachte da immer noch, er wollte Geld damit machen, aber er sagte, die Ausbildung sei kostenlos. Nun hatte ich vorher auch mit Tai Chi sehr gute und helfende Erfahrungen gemacht, denn ich hatte einen sehr guten Lehrer, der mich in diese Philosophie eingeführt und mir gezeigt hat, dass es noch mehr gibt, als die weltlichen Dinge. Insofern hatte ich den ersten Schritt in diese Richtung schon längst getan.  In diese Zeit fiel auch meine Scheidung von meiner ersten Frau. Dann habe ich Regine kennengelernt, meine Firma verkauft und wir zogen nach Teneriffa.

WB: Warum ausgerechnet Teneriffa?

Ulrich Brodde: Das war eher Zufall. Ich meine, wir wissen inzwischen von Leuten, die jede Dienstagnacht nach Las Cañadas fahren, weil sie daran glauben, dass dort an einem Dienstag die Außerirdischen landen werden, und wir wissen inzwischen auch, wie Teneriffas Energiefeld in Esoterikerkreisen gehandelt wird. Regine und ich wollten weg aus Deutschland und hatten eigentlich Asien oder Tobago im Blick. Aber ein Freund hat uns im März 2005 nach Teneriffa gelotst, obwohl wir da eigentlich gar nicht hinwollten, denn wir hatten die Vorstellung von Teneriffa als Rentner- und Massentourismus-Insel. Doch wir haben uns spontan in die Insel verliebt: zwei Tage, nachdem wir angekommen waren, haben wir einen Makler kontaktiert, um ein Haus zu kaufen.

WB: Und wie sieht so eine Ausbildung zum Geistheiler aus? Kann das jeder machen?

Ulrich Brodde: Im Prinzip schon. Aber natürlich sollte man schon eine starke Überzeugung mitbringen, dass dies das Richtige für einen selbst ist. Während der Ausbildung schult man die Fähigkeit, intuitiv geis­tige Ursachen für köperliche Erkrankungen aufzuspüren, um dem Hilfesuchenden dann zusätzlich Energie zu geben, damit er seine Selbstheilungskräfte aktivieren kann. Wir legen nicht die Hände auf, und dann können Blinde auf einmal wieder sehen. Das können wir nicht. Aber wir gehen davon aus, dass jede körperliche Erkrankung ihren seelischen Ursprung hat. Die Krankheitssymptome verstehen wir als Warnsignal. Wenn der Kranke zum Arzt geht, behandelt die Schulmedizin das Symptom, doch die Ursache wird nicht erforscht.

In der Ausbildung lernt man rudimentäre medizinische Grund­lagen. Und sehr viel über die Kräfte des Universums und über das, was man Gott nennt. Da werden Begrifflichkeiten geklärt. Und dann wird natürlich die Fähigkeit der Energie-übertragung geschult. Ebenso der sachgerechte Einsatz von Hilfsmitteln wie Pendel und Rute. Da muss die Intuition trainiert werden. Und die Behandlungserfolge zeigen dann die Lernfähigkeit. Meine Frau hat beispielsweise noch nicht einen Misserfolg bei der Behandlung von Tiererkrankungen gehabt.

An Energieübertragungen glauben viele Menschen nicht, doch wurden beim Händeauflegen wissenschaftlich Photonen [„Bausteine“ elektromagnetischer Strahlung] gemessen, die freigesetzt wurden. Wir lernten auch sehr viel über die Chakren-Theorie. Die Chakren arbeiten in unterschiedlichen Drehrichtungen. In der Quantenphysik kennen wir links-rechts-Energiefelder. Das bestätigt die Chakren-Theorie.

Micky Brodde:  Wir würden niemals einem hilfesuchenden Kranken anraten, eine medizinische Behandlung abzubrechen. Das wäre unseriös. Aber unser Ansatz, die seelische Ursache einer Erkrankung aufzuspüren, hilft dem Kranken, neue Wege zu gehen. Wir haben ja immer in unserem Leben Entscheidungen zu fällen, und manchmal passt der gewählte Weg einfach nicht. Wenn eine Entscheidung falsch war, rebelliert zunächst die Seele dagegen, und wenn das außer Acht gelassen wird, kann es zu einer körperlichen Erkrankung kommen. Wir dröseln mit dem Kranken diese Dinge auf, und dann kommen eventuell Kindheits-Traumata oder andere Dinge an die Oberfläche, die dem Kranken gar nicht mehr bewussst waren.

WB: Das klingt aber sehr nach Psychotherapie.

Ulrich Brodde: Nein, wir sind keine Psychotherapeuten. Wir helfen dem Kranken lediglich auf dem Weg, seine Probleme zu erkennen. In diesen intensiven Gesprächen und durch Aufspüren der seelischen Knackpunkte können wir dann gezielt Energieübertragungen ausführen, die dem Kranken dabei helfen, mentale und körperliche Kraft zur Selbstheilung zu entwickeln. Das heißt, der Kranke kommt mit einer konkreten medizinischen Diagnose zu uns, und wir helfen ihm dabei, die psychischen Hintergründe dieser Erkrankung aufzuspüren. Wir öffnen die Chakren, und der neue Energiefluss kann dann natürlich auch zu einer Spontanheilung führen. Das liegt aber nicht an uns, sondern beim Patienten. Wir begleiten ihn lediglich neben seiner medizinischen Behandlung auf der energetischen Ebene. In der Schweiz und in England arbeiten viele Ärzte mit Geistheilern am Genesungsprozess von Patienten.

Micky Brodde:  Die Menschen, die zu uns kommen, sind sehr hilflos und oftmals fast austherapiert. Das sind schwierige Fälle, die viel energetische Zuwendung brauchen.

Ulrich Brodde: Ich hatte beispielsweise den Fall einer Frau, die nach drei Gehirntumoroperationen austherapiert war. Ihr wurden noch drei Wochen Lebenszeit gegeben, und sie war sehr verzweifelt. Ich habe auf energetischer Ebene mit ihr gearbeitet und konnte ihr noch helfen, zu ihrem inneren Gleichgewicht zu kommen; sie hatte noch drei recht glückliche Monate mit ihrer Familie und ist dann im Frieden mit sich selbst gestorben.

Relativ einfach ist eine Tinnitus-Behandlung. Da wundere ich mich oft, weshalb die Menschen nicht mehr wiederkommen, und wenn ich dann mal telefonisch nachfrage, bekomme ich die Antwort: Ach so, der Tinnitus. Der ist weg. Das ist schon so gut wie vergessen.

WB: Haben Sie auch Miss­erfolge?

Ulrich Brodde: Wenn der Mensch sich nicht auf uns einlässt, wird es sehr schwierig, denn dann kann er unseren Ratschlägen auch nicht wirklich folgen. Wir begegnen den Patienten mit einer allumfassenden Sympathie und unvoreingenommen. Wenn ein Patient mich aber ablehnt, sei es aus unsichtbaren Gründen oder vielleicht auch einfach nur, weil ihm mein Äußeres oder meine Tätowierung am Arm nicht gefällt, dann kann ich nicht heilen.

WB: Können Sie eigentlich auch die Aura eines Menschen sehen.

Ulrich Brodde: Meine Frau kann das manchmal, ich überhaupt nicht.

Micky Brodde: Wir sind keine übernatürlichen Wesen. Wir sind ganz normal und bodenständig und haben Fähigkeiten trainiert, die im Grunde jeder hat.

WB: Machen Sie eigentlich auch Fernheilungen?

Ulrich Brodde: Nein, da habe ich ein ungutes Gefühl dabei.

WB: Und arbeiten Sie auch mit Ärzten zusammen?

Beide: Nein, aber das würden wir gern. Das hat sich leider noch nicht ergeben.

WB: Wie kann ich denn eigentlich als Hilfesuchender einen echten Heiler von einem Scharlatan unterscheiden?

Ulrich Brodde: Das können Sie nicht. Es gibt allerdings schon ein paar Hinweise darauf, ob jemand seriös arbeitet oder nicht. Die finden Sie beispielsweise im Internet unter www.dgh-ev.de. Das ist der Dachverband Geistiges Heilen e.V., wo auch wir Mitglieder sind. Grundsätzlich sollte man sich vor überhöhten Honoraren, übersinnlichem Brimborium wie Kristallkugeln, Halluzinationen/Jenseits-Mitteilungen, abgedunkelten Räumen und überzogenen Heilversprechen hüten.

Persönliche Erfahrungen

Das Ehepaar Brodde bot unserem Reporter eine „Kurzbehandlung“ an, damit er selbst erfahren konnte, wie die beiden arbeiten. Natürlich sind normalerweise zunächst Vorgespräche über den Zustand des Hilfesuchenden angebracht, aber in diesem Fall war ja keine Hilfesuche gegeben, lediglich die Suche nach einem besseren Verständnis für die Vorgehensweise. Hier der Bericht:

„Wir gingen in das Behandlungszimmer, wo ich mich auf einer Liege ausstreckte. Frau Brodde fragte mich als erstes, ob sie mich anfassen dürfe. Nachdem ich das erlaubt hatte, ging sie daran, mit Hilfe ihres Rutenpendels eventuell gestörte Bereiche in meinem Körper aufzuspüren. Speziell stellte sie Störungen an meiner Wirbelsäule fest. Aber wer hat die ab einem gewissen Alter eigentlich nicht? Doch sie ging gezielt an einen speziellen Wirbel und meinte, der sei überhaupt nicht in Ordnung. Damit hatte sie recht. Der Punkt ging also eindeutig an sie.

Herr Brodde führte dann eine Energiebehandlung mit mir durch. Dabei nahm er zunächst sein Pendel, um zu überprüfen, wo das Qui bei mir fließt oder auch nicht und welche Chakren bei mir offen und welche blo­ckiert waren. Er stellte hier Blockierungen im Sakral- und Herzchakra fest. Tatsächlich habe ich an beiden Punkten Gesundheitsprobleme. Danach fragte auch er, ob er mich anfassen dürfe. Er durfte. Danach legte er mir zunächst an der rechten und der linken Körperhälfte die Hände auf, um den Qui-Fluss wieder ins Lot zu bringen. Anschließend legte er mir die Hände auf die Chakren-Punkte, um diese zu öffnen. Er wies mich darauf hin, dass manche Leute bei dieser Behandlung ein Kribbeln oder Wärme, anderes oder auch gar nichts spüren. Ich spürte nichts. Anschließend ging er mit seinem Pendel noch einmal über meinen Körper und zeigte mir, wie das Pendel, das vorher an bestimmten Stellen ruhig geblieben war oder sich nur minimal bewegt hatte, jetzt kräftig ausschlug. Seiner Aussage zufolge zeigte dies, dass der Energiefluss nun wieder im Lot war.

Meine persönliche Einstellung dazu: Dass Frau Brodde den kaputten Wirbel so eindeutig geortet hat, fand ich schon beeindruckend, ebenfalls, dass sie so gezielt auf Störungen im Wirbelsäulenbereich und an der rechten Hüfte hingewiesen hat, ohne vorher eine medizinische Diagnose gehabt zu haben. Und auch die Übereinstimmung der gestörten Chakren mit vorhandenen Gesundheitsproblemen ist interessant. Dennoch spürte ich auch Tage nach der Behandlung keine Veränderung in meinem Körper, keine Symptome, die mir anzeigen würden, dass der Energiefluss jetzt freier ist. Aber vielleicht bin ich ja einfach unsensibel?“

 

Auszug aus der Website des

Dachverbands Geistiges Heilen e.V. :

Darauf sollten Sie bei einem Heiler achten!

Ein seriöser Heiler …

• vergewissert sich, dass Sie bereits einen Arzt oder Heilpraktiker aufgesucht haben,

• weist Sie vor Beginn jedweder Behandlung darauf hin, dass geistiges Heilen kein Ersatz für Diagnose und Behandlung von Arzt oder HP ist,

• stellt keine medizinischen Diagnosen, wenn er/sie nicht Arzt oder HP ist und darf dies nach geltendem Recht auch nicht,

• ist bereit, auch ohne verbindliche Terminvereinbarung zu erklären, was Sie bei ihm erwartet, wie er ausgebildet ist, welche Erfahrungen er hat, woher ein Titel stammt oder Ähnliches,

• verlangt weder Vorauskasse noch lehnt er das Ausstellen einer Quittung ab oder verpflichtet zu einer bestimmten Anzahl von Sitzungen,

• macht keine Versprechen hinsichtlich Heilung oder Linderung eines Leidens,

• erklärt sich nicht selbst zum „besten Heiler“ und stellt sich nicht über andere Heilberufe und/oder Kollegen,

• behauptet nicht, Sie würden ohne seine Behandlung krank bleiben oder werden oder setzt Sie in sonst einer Art und Weise unter Druck.

• HeilerInnen, die DGH-Mitglied sind, haben einen strengen Verhaltens- und Ethik-Kodex anerkannt. In Sachen Honorar legt dieser fest, dass der Stundensatz für eine Heilbehandlung 80 Euro nicht überschreiten soll.

In der nächsten Wochenblatt-Ausgabe lesen Sie unser Interview mit Elsa. Sie wehrt sich dagegen, als Heilerin bezeichnet zu werden und sagt von sich selbst, sie sei „Massage-Therapeutin“. Mit ihren Fähigkeiten hat sie sich selbst aus dem Rollstuhl gebracht und einem gelähmten jungen Mann geholfen, heute ein ziemlich normales Leben zu führen: „Vom Rollstuhl aufs Mountainbike – die Geschichte von Andi Bollinger“.




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