Israel verwehrte spanischem Clown „grundlos“ die Einreise


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Iván Prado war auf dem Weg zu dem Festiclown in Palästina

Bereits zwei Mal war der aus Galicien stammende Clown Iván Prado in das kriegsgebeutelte Westjordanland gereist, um mit seinen Späßen und Kunststücken den durch den Krieg verstörten Kindern, aber auch den verzweifelten Erwachsenen neuen Lebensmut zu vermitteln und sie in all ihrem Leid das Lachen wieder zu lehren.

Das Schicksal der Menschen dort hat ihn so tief bewegt, dass er seine Funktion als Direktor des sogenannten Festiclown und der Organisation „Pallasos en Rebeldía“ (in deutsch in etwa „Rebellierende Clowns“) nutze, um dort im Herbst dieses Jahres ein großes Clown-Festival zu organisieren, das Festiclown. Seine Initiative war bereits auf große Unterstützung gestoßen: Elf Clown-Truppen aus Spanien, Chile, Belgien, den USA, Italien, Venezuela und Argentinien hatte ihre Teilnahme bereits zugesagt.

Völlig unerwartet steht sein Projekt jetzt jedoch auf wackeligen Beinen. Als Prado nämlich am 26. April wieder nach Israel reiste, um weitere Details für das Festival zu klären, wurde ihm die Einreise verwehrt. Ihm sei umgehend der Reisepass abgenommen worden und nach mehreren Stunden in Haft, musste er wieder die Heimreise antreten. Zu keinem Zeitpunkt habe man ihn dabei über die Gründe für „die unmenschliche Behandlung“ aufgeklärt, so Prado nach seiner Rückkehr nach Spanien. Es sei lediglich von „nationaler Sicherheit“ die Rede gewesen.

„Allem Anschein nach kennt Israel schon seit längerem unsere gefährlichen Absichten im Hinblick auf die Palästinenser: das Lachen zurückzubringen in das ewige Krisengebiet.“ Das geplante Festival will Prado jedoch dennoch nicht aufgeben. „Wir werden uns einfach noch mehr anstrengen, um Hilfe zu bekommen“, meinte er zuversichtlich.




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