Isabel Canino tot aufgefunden


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Die Leiche der seit über 2 Monaten vermissten Frau wurde auf einem Grundstück ihres Ex-Freunds gefunden, der als mutmaßlicher Mörder verhaftet wurde

68 Tage können eine sehr lange Zeit sein. Für die Angehörigen der seit dem 20. März vermissten Isabel von Teneriffa war jeder Tag eine Qual. Am 28. Mai wurde zumindest der quälenden Ungewissheit ein Ende gesetzt. Auf einem Grundstück des Ex-Freundes der 39-Jährigen wurde Isabels Leiche gefunden.

Sie war im Sickerkasten der Klärgrube versteckt worden. Isabel wurde mit gefesselten Händen und einem Band um den Hals aufgefunden. Nach ersten Vermutungen der Polizei wurde sie erdrosselt.

Das Haus von Salvador Alberto Morales Méndez in der Straße Camino de la Hornera Nr. 80 in La Laguna war von der Polizei bereits wenige Tage nach dem rätselhaften Verschwinden der Titsa-Busfahrerin durchsucht worden, doch damals war die Suche erfolglos. Der nunmehr verhaftete mutmaßliche Mörder von Isabel hatte sich nach ihrem Verschwinden freiwillig bei der Polizei gemeldet und war aufgrund widersprüchlicher Aussagen vorläufig festgenommen worden. Doch die Verhöre verliefen erfolglos und Salvador wurde nach 72 Stunden Untersuchungshaft mangels Beweisen wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Angehörigen der Vermissten hatten sich zwar an den richterlichen Geheimhaltungsbefehl der Ermittlungen gehalten, dennoch immer wieder durchblicken lassen, dass sie in Salvador den einzigen Verdächtigen sehen. Nachdem die Leiche der Vermissten nun doch auf seinem Grundstück aufgetaucht ist, wurde der Ex-Freund der Ermordeten als mutmaßlicher Täter verhaftet. Er konnte widerstandslos festgenommen werden.

Die Ermittler fanden Isabel Canino in einem Sickerkasten der gerade so groß war, um einen menschlichen Körper da-rin zu verstecken. Eine Studentin, die eine der Mietwohnungen in dem Haus bewohnte, hatte sich zuvor über den üblen Geruch aus den Abwasserrohren beklagt. Sie sei im Oktober letzten Jahres eingezogen und schon damals habe es manchmal übel aus den Rohren gestunken, aber seit dem Verschwinden der Titsa-Busfahrerin sei der Geruch immer schlimmer geworden.

„Wir wussten von Anfang an, dass er es war“

Die Ermordete hatte mit dem mutmaßlichen Täter eine Beziehung, die sie im Oktober letzten Jahres beendete. Die Angehörigen hatten den Ex-Freund von Isabel von Anfang an verdächtigt. „Nun haben wir es nicht mehr eilig, dass herausgefunden wird, was meiner Schwester geschah“, sagte Eladia Canino der Presse, nachdem Salvador verhaftet worden war. „Die Polizei hat gute Arbeit geleistet und muss dies auch bei den weiteren Ermittlungen tun, um ohne Zweifel beweisen zu können, dass dies ein Mord war. Wir wussten von Anfang an, dass er es war. Ich habe es ihm auch gesagt und auch ein Arbeitskollege meiner Schwester sagte es ihm. Er drohte mir mit einer Anzeige wegen Verleumdung und ich sagte ihm, das solle er ruhig tun, denn am Ende würde sich schon erweisen, wer recht hat“ berichtete die Schwester weiter.

Die Kriminalpolizei setzt die Ermittlungen fort und vermutet, dass Salvador Komplizen oder zumindest Mitwisser hatte. 

Die kanarischen Institutionen brachten öffentlich ihre Erschütterung zum Ausdruck. Vor dem kanarischen Regierungssitz hielten Regierungspräsident Paulino Rivero und sein Kabinett fünf Schweigeminuten für Isabel Canino ab, ebenso vor dem Cabildo von Teneriffa. Am Tag nach dem Leichenfund versammelten sich Kollegen der Ermordeten beim Busbahnhof in Santa Cruz zu fünf Schweigeminuten.




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