Ideenwettbewerb für Neuordnung des Gebiets um die „Plaza de Toros“


© Moisés Pérez

Schon im Juli soll der Gewinner ermittelt und die Zukunft der Stierkampfarena bekannt werden

Viele Jahre schon wird über die Zukunft des historischen Gebäudes spekuliert. 118 Jahre alt ist die Stierkampfarena, die den Betrieb als solche schon lange eingestellt hat, und der Bevölkerung von Santa Cruz ist sie mit der Zeit zu einem liebgewordenen historischen Denkmal geworden.

Daher schien der komplette Abriss der „Plaza de Toros“ auch undenkbar, ist die Arena doch tief mit der Geschichte der Stadt verwurzelt. 

Im März dieses Jahres wollte die Zeitung „El Día“ allerdings aus sicherer Quelle wissen, dass die Plaza de Toros noch vor Ende des Monats abgerissen wird, weil das Bauunternehmen Alicur, dem die Stierkampfarena zu 80% gehört, ein umfangreiches Neugestaltungsprojekt für dieses Grundstück im Sinn habe. Weiter berichtete „El Día“, dass in den Abriss, den Neubau von drei Wohn- und einem Geschäftsgebäude und Grünzonen über 60 Millionen Euro inves­tiert werden. Einige Fassadenteile der alten „Plaza de Toros“ sollten allerdings erhalten bleiben.

Diese Pläne wurden bislang nicht nur nicht umgesetzt, sondern haben sich angesichts der kürzlich in der Stierkampf­arena stattgefundenen Pressekonferenz als Falschmeldung erwiesen. Santa Cruz’ Bürgermeister Miguel Zerolo, die Stadtbaurätin Luz Reverón, ein Vertreter von Alicur, der Präsident des Hotelierverbands Ashotel, José Fernando Cabrera, und der Vorsitzende der kanarischen Architektenkammer, Arsenio Pérez, luden die Presse zu einem Termin in der Stierkampfarena ein.

Zerolo teilte mit, dass die Stadt einen offenen städtebaulichen Ideenwettbewerb für die Neuordnung des Gebiets um die „Plaza de Toros“ – ausschreibt. Architekten und Stadtplaner sollen Ideen entwickeln, die diese Neuordnung möglich machen. Betroffen ist das durch die Straßen Horacio Nelson, Capitán Gómez Landero, Comandante Sánchez Pinto und Rambla General Franco abgegrenzte Grundstück, auf dem sich auch die „Plaza de Toros“ befindet. Ob diese schließlich teilweise oder ganz abgerissen wird, hänge von den Vorschlägen der Architekten ab, erklärte Stadtbaurätin Reverón.

Die Entwürfe können bis 3. Juli eingereicht werden. Am 4., 5. und 6. Juli werden sie im Stadtpark García Sanabria öffentlich ausgestellt, damit die Bevölkerung sie begutachten und ihr Urteil abgeben kann, was bei der Wahl des Gewinnerprojekts von der Jury mit berücksichtigt werden wird. Die Bürger von Santa Cruz werden so mitbestimmen, was und wie in diesem Gebiet gebaut wird.

Die endgültige Entscheidung soll schon am 7. Juli fallen und bekannt gegeben werden. Den Zeitdruck bei diesem Ideenwettbewerb rechtfertigte die Stadt damit, dass die Neuordnung dieses Gebiets unbedingt in den kurz vor der Vollendung stehenden neuen Ordnungsplan der Stadt aufgenommen werden soll.

Kein Stierkampf auf den Kanaren

Stierkampf existiert auf den Kanaren seit Jahrzehnten nicht mehr. Der letzte Stier, der in der Plaza de Toros von Santa Cruz untergebracht war, ist dort – lange nach dem letzten dort ausgetragenen Stierkampf – an Altersschwäche gestorben, weil die Besitzverhältnisse ungeklärt waren.  Dass es keinen Stierkampf mehr auf den Inseln gibt, liegt vor allem an dem altbekannten Gesetz von Angebot und Nachfrage. Nachdem die Veranstaltungen immer schlechter besucht waren, weil die Mehrzahl der Insulaner kein Interesse zeigte, war das Ganze nicht mehr profitabel, und es fand sich kein Unternehmer mehr, der ein derart ruinöses Geschäft hätte aufrechterhalten wollen. So wurden in     Teneriffas einstiger Stierkampfarena jahrelang Rockkonzerte, Karnevalsveranstaltungen und ähnliches geboten – und die ausverkaufte Plaza de Toros bebte im Angesicht von Größen wie Joe Cocker oder Miles Davis.




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