Icod de los Vinos soll fahrradfreundlich werden


© AytoICOD

Ein neuer Radweg soll angelegt werden

Wie der Bürgermeister von Icod de los Vinos, Diego Afonso, mitteilte, soll die „Stadt des Drachenbaumes“ umweltfreundlicher werden.

Dazu gehört, neben der Planung eines „ökologischen Stadtteils“ (das Wochenblatt berichtete), auch die Förderung des Fahrradfahrens. Fahrräder haben auf den Kanaren keine Tradition, das liegt einerseits an den vielerorts starken Steigungen, andererseits an den oft engen Straßen, die den Autos kaum Platz zum Überholen der Drahtesel bieten und eine Fahrradfahrt gefährlich erscheinen lassen. Letzteres zumindest soll sich demnächst ändern, wenigstens auf der Haupteinfallsstraße, der Avenida Chincanayros. Diese führt von der östlichen Abzweigung der Umgehungsstraße über den Ortsteil El Empalme nach La Centinela und von dort geradewegs ins Zen­trum der Stadt. Inzwischen sind die beiden neuen Kreisel in El Empalme und vor dem neuen Mercadona- Supermarkt schon einige Monate in Betrieb. Laut des durch das staatliche Programm „Plan E“ finanzierten Vorhabens soll der zwei Kilometer lange Abschnitt bis La Centinela völlig neu gestaltet werden, mit großzügigen Fußgängerwegen und eben einem Radweg. Besonders in den Abendstunden nutzen viele Anwohner die ebene Strecke zum Joggen oder Flanieren, und für Radfahrer bleibt wegen des starken Verkehrs auf der Hauptstraße kaum Platz.

Zunächst muss die Nutzung des Straßenabschnitts jedoch amtlich neu definiert werden, denn vor dem Bau der Umgehungsstraße Mitte der 90er Jahre war die  Avenida Chincanayros eine Landstraße und wurde danach zur Ortsstraße herabgestuft. Der Bürgermeister hofft, möglichst bald mit den Arbeiten beginnen zu können. Vorgesehen sind auch weitere Einrichtungen wie stromsparende Straßenlampen, Sitzbänke und eine wirksame Entwässerung, damit künftig keine Pfützen mehr bei starkem Regen den Verkehr behindern. 732.700 Euro soll das alles kosten.

Abgelehnt wird das Projekt ausgerechnet von den Grünen im Stadtrat. Einer ihrer Sprecher, Jonás Pérez, beklagte, dass „neue Laternen installiert werden sollen und die derzeitigen, die gut funktionieren, auf den Müll wandern werden“.

Genauso will man den jetzigen Asphalt des Gehweges, der in gutem Zustand ist, herausreißen und durch Beton-Pflastersteine ersetzen, während der 20-jährige Asphalt der Straße selbst, der viele Risse und Löcher hat, nicht erneuert werden soll. In diesen Zeiten der Krise und der Arbeitslosigkeit ist es unverständlich, warum die Regierung aus CC und PP 730.000 Euro verplempern will für einen Fahrradweg von 750 m Länge – fast 1.000 Euro für den laufenden Meter – während es viele Stadtteile mit schweren Mängeln in Infrastruktur und Service gibt.

Die Grünen wiesen darauf hin, dass der Radweg das Verkehrsaufkommen an Autos nicht reduzieren wird, da es sich um Durchgangsverkehr handelt. Ihrer Meinung nach wäre das Geld z.B. bei sozialen Projekten der Stadt besser aufgehoben, zumal wenn dadurch Arbeitsplätze geschaffen werden.




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