„Ich habe nie den Missbrauch Minderjähriger gerechtfertigt“


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Teneriffas Bischof bezog erstmalig zu seinen polemischen Äußerungen Stellung

Reichlich Zeit musste vergehen, bis Teneriffas Bischof Bernardo Alvarez erstmalig Stellung zu seinen polemischen Äußerungen über Homosexualität und die Miss­handlung Minderjähriger bezog.

In einem Interview mit der kanarischen Tageszeitung La Opinión hatte der katholische Würdenträger im Dezember letzten Jahres unter anderem behauptet, nur 6% der Homo­sexuellen seien dies aus „biologischer Notwendigkeit“ heraus, während der Rest seinen Neigungen aus Sucht bzw. Neugier auf etwas Neues nachgebe. Gipfel seiner Aussage war die Gleichstellung von Homosexualität mit Päderastie.

Einem kanarischen Radiosender gegenüber erklärte er jetzt, er habe niemals den Miss­brauch von Minderjährigen rechtfertigen wollen, der „immer abzulehnen und moralisch gesehen eine schwere Sünde sowie juristisch eine Straftat ist“. „Keinesfalls habe ich die Homosexualität mit dem Miss­brauch von Minderjährigen verglichen, noch wollte ich das tun, noch tue ich es jetzt“, meinte Alvarez, der seine Stellungnahme „zur Vermeidung von Missverständnissen“ vorlas, kategorisch.

Die schwierige Zeit nach dem Skandal habe ihn viel gelehrt und er gehe „gestärkt“ aus ihr hervor. Er werde sich nie wieder zu so „spontanen“ Äußerungen hinreißen lassen, versicherte er. Er sei sehr überrascht gewesen über die Auswirkungen und Interpretationen seiner damaligen Kommentare. „Es hat mich sehr nervös gemacht, da es wahrhaftig nicht angenehm ist, so an den Pranger gestellt zu werden, doch dank meines Glaubens und der Unterstützung, die mir von vielen Menschen zuteil wurde, habe ich die Zeit gut überstanden“, meint er unter anderem wörtlich.




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