Hungerstreiks und Fastenkuren


Vor etwa 30 Jahren gab es eine Zeit wo Hungerstreiks fast eine Modeerscheinung waren. Diese Streiks hatten konkrete Ziele, zum Beispiel wenn Einzelpersonen oder Gruppen von den Behörden oder Politikern Zugeständnisse haben wollten.

Obwohl dies in den Medien selten erwähnt wird, gibt es noch immer Hungerstreiks, haupt­sächlich durch Asylanten, für die dies die einzige Möglichkeit ist aus der Schubhaft entlassen zu werden.

Die Zeit, dass Bittsteller auf der Straße oder vor öffentlichen Gebäuden tage- oder sogar wochenlang ihren Hungerstreik durchführten, ist vorbei. Es gab zu viele Probleme mit den Behörden und manchmal gab es infolge dieser Streiks sogar Todesfälle. Das größte Problem des Hungerstreiks ist nicht das Hungern an sich, sondern die Unwissenheit der Teilnehmer. Die meisten Menschen wissen nicht, wie man sich bei einer längeren Nahrungsenthaltung verhalten sollte, ohne dabei ihre Gesundheit zu gefährden.

Sowohl im Alten als im Neuen Testament kann man viel über das Fasten der religiösen Führer lesen. Propheten und Heilige fasteten manchmal bis zu 40 Tage. Der Islam verschreibt noch immer den Ramadan, wobei 40 Tage gefastet wird. Aus religiöser Sicht ist das Fasten eine Zeit der Besinnung und das Wiederempfinden des Göttlichen.

Dagegen ist das Heilfasten etwas ganz anderes. Viele Europäer und Amerikaner fasten an erster Stelle aus gesundheitlichen Gründen und Stress­abbau. Während der Fastenzeit kann ein geistig und seelisch Überforderter endlich mal seine „Seele baumeln lassen“. Er kann seine Fehler in der Lebensweise überdenken. Körper, Seele und Geist hängen eng zusammen und nur wenn der Mensch auf allen Ebenen gesund ist, ist er tatsächlich gesund. Leider gibt es nur noch wenige wirklich gesunde Menschen in unseren Industriestaaten.

Fasten ist eine Reinigung von Körper und Geist und in unserer Zeit gibt es immer mehr Menschen, die eine solche Reinigung dringend brauchen. Wenn der Bauch ständig gefüllt ist, fällt das Denken schwer und die Seele kommt nur noch selten zu Wort.

Beim Fasten hat man endlich Zeit, sich selbst kennen zu lernen und sein Leben zu überdenken. Genau wie die Propheten in alten Zeiten kann man dann auch seine Mitmenschen besser verstehen und danach handeln. Jeder Mensch ist ein Teil des Ganzen und jeder von uns ist für die ernste Situation, in welcher wir uns heute befinden, mitverantwortlich. Wenn der Kopf wieder klarer ist, wird man auch begreifen, wie krank die meisten unserer Mitmenschen sind. „Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper“ und wenn der Körper ständig über­ernährt und vergiftet ist, kann man nicht mehr logisch denken.

Der menschliche Körper ist ausschließlich für die Verdauung von reinen Naturprodukten kreiert. Wer diesen tagtäglich mit künstlicher Nahrung aus der Industrie überlädt, muss die Folgen halt tragen. Aus diesem Grund sind viele moderne Essgewohnheiten sehr gefährlich. Wenn man zu viel und falsch isst, wird man auf Dauer krank und vergiftet seine Nerven. Ich persönlich würde jedem Politiker und Großindustriellen raten, hin und wieder eine Fastenklinik zu besuchen. Mit einem vol-len Bauch und dumpfen Kopf kann man keine wichtigen Entscheidungen treffen; dies wäre unverantwortlich. 

Wer zum Beispiel den Werdegang unserer Politiker im Laufe einiger Jahre etwas genauer beobachtet hat, kann dies verstehen. Viele dieser Damen und Herren, welche anfänglich noch voller Zuversicht und Tatendrang waren, verlieren als Folge von Stress und dem gutem Essen nicht nur ihre gute Figur, sondern auch ihre Gesundheit. Die Männer bekommen oft ein Doppelkinn und die Damen versuchen ihre etwas dickere Taille mit einem schönen Hosenanzug zu kaschieren. Nur die wenigsten bleiben bei dieser Arbeit noch fit. Sie sind diejenigen, die es gelernt haben, auch bei den kleinsten Verlockungen ein klares „Nein“ zu sagen. Die Übrigen verlieren nach und nach ihre Energie und werden, genauso wie ihr Volk jedes Jahr etwas dicker und/oder kränker. 1967 erschien in Frankreich ein Buch von Pierre Accoce.

Der Titel war: „Ces Malades qui nous gouvernent“, zu Deutsch: „Die Kranken, die uns regieren“. Dieses Buch erregte viel Aufsehen, aber war dann plötzlich vom Markt verschwunden.

Eine sog. Nulldiät würde ich heutzutage niemandem mehr raten, aber der beste Rat, den ich Ihnen geben kann, ist, wie meine Mutter schon sagte, FDH (Friss die Hälfte) und das wäre für den Anfang schon mal das Richtige. Anstelle von künstlicher Nahrung müssen wieder Naturprodukte unseren Speiseplan bestimmen.

Marie-Luise Schicht N.D. (Ärztin für Naturheilkunde)

Holländerin, geb.: 15-01-1928 in Amsterdam

Seit 12 Jahren lebe ich auf Tenerife

Autorin von mehreren Büchern (englisch und deutsch), u.a.: Millionen könnten geheilt werden (4. Auflage über 10.000)

Zeitschrift Artikel u.a. in: Raum und Zeit, Bio und Bio-Spezial, Gesundheitsnachrichten von Dr. Vogel




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