Humboldtblick – Schandfleck mit Aussicht


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Die unendliche Geschichte

Gibt es noch Aussicht für den Humboldtblick in La Orotava? Dies muss man sich angesichts der jahrelangen Verschiebung der Wiedereröffnung des einst berühmtesten Aussichtspunktes im Norden der Insel fragen. Traurige Berühmtheit hat der Humboldtblick in den letzten Jahren allerdings dadurch erlangt, dass er mit erheblichem finanziellem Aufwand umgestaltet wurde – ob das Ergebnis gelungen ist, bleibt umstritten – und seither auf eine Inbetriebnahme bzw. Eröffnung wartet. Vergeblich.

Noch im Juni dieses Jahres kündigten La Orotavas Bürgermeister Isaac Valencia und  Cabildo-Präsident Ricardo Melchior an, dass der Mirador auf jeden Fall „noch in diesem  Jahr“ wieder geöffnet wird. Doch das Jahr neigt sich dem Ende zu und wieder ist nichts geschehen. Seit 1999 ist der wohl bekannteste Aussichtspunkt der Kanarischen Inseln wegen Umbaus geschlossen. Längst sind die Bauarbeiten beendet, doch nun legen bürokratische Hürden und politische Untätigkeit der Wiedereröffnung Steine in den Weg.

Es hat den Anschein, als habe La Orotavas Gemeindeverwaltung kein Interesse an einer baldigen Inbetriebnahme. Nachdem bereits im Juni erklärt wurde, man werde sich, nachdem man die Kompetenzen nun vom Cabildo übertragen bekommen hat, um die Vergabe der Betreiberlizenz für den Humboldtblick kümmern, verlautete nun aus dem Rathaus, dass dies erst im Februar 2006 geschehen wird. Man hoffe, dass noch in diesem Monat die Vertragsbedingungen in einer Ratssitzung verabschiedet werden.

Knapp 800.000 Euro hat das Insel-Cabildo in das umstrittene Bauwerk investiert, an dem noch vor der Eröffnung wieder erste Renovierungsarbeiten fällig sind.




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