Hotel El Médano droht der Abriss


© Moisés Pérez

Oberster Gerichtshof ratifiziert Ablauf der Konzession für die Nutzung von öffentlichem Grund

Das Damoklesschwert schwebt weiter über dem Hotel El Médano. Nach jahrelangem Bangen im schier endlosen Rechtsstreit hat nun der Oberste Gerichtshof in Spanien entschieden, dass die seinerzeit erteilte Konzession zur Nutzung von öffentlichem Grund an der Küste ausgelaufen ist.

Das hohe Gericht hat die von der Rechtsvertretung des Hotels gegen das Urteil des nationalen Gerichtshofs eingelegte Berufung abgelehnt. Mit dieser Entscheidung der höchsten Instanz ist der Rechtsweg erschöpft, und dem 2010 angeordneten Abriss steht nichts mehr entgegen.

Der Prozess gegen das Hotel El Médano wurde 2005 von der damaligen Umweltministerin Cristina Narbona eingeleitet, weil das Hotel nicht die Auflagen des Küstenschutzgesetzes von 1988 erfüllte. 

Das Hotel steht nicht nur direkt an der Küste, sondern hat auch eine Terrasse über mehrere Stockwerke, die auf Stelzen ins Meer hinausragt. Dadurch wird öffentlicher Grund – Küstenstreifen – genutzt. Außerdem wurde beim Bau 10% mehr Fläche über dem Meer bebaut, als in der Konzession genehmigt worden war.

Das Cabildo von Teneriffa und die Stadtverwaltung Granadilla de Abona sowie der Großteil der Einwohner des Ortes El Médano sind gegen den Abriss dieses fast als „historisch“ geltenden Gebäudes. In den sechziger Jahren erbaut, war das El Médano eines der ersten Hotels im Süden der Insel und markierte den Beginn der touristischen Entwicklung des kleinen Fischerortes, der als Urlaubsgebiet heute mehr denn je in Mode ist.




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