Hohe Staubbelastung in Santiago del Teide

Das Schotter- und Betonwerk am Rand von Santiago del Teide hüllt den Ort in eine Staubwolke, deren Partikel sich nicht nur auf Straßen, Häuser, Gärten und Autos legen, sondern auch die Gesundheit der Bevölkerung gefährden. Foto: Coalición Canaria

Das Schotter- und Betonwerk am Rand von Santiago del Teide hüllt den Ort in eine Staubwolke, deren Partikel sich nicht nur auf Straßen, Häuser, Gärten und Autos legen, sondern auch die Gesundheit der Bevölkerung gefährden. Foto: Coalición Canaria

Die bisherigen Maßnahmen zur Reduzierung der Staubentwicklung im Schotterwerk des Schnellstraßenrings scheiterten

Teneriffa – Die Bauarbeiten am Schnellstraßenring bei Santiago del Teide führen seit Wochen im Ortszentrum zu schweren Belästigungen durch Staub. Im Juli häuften sich die Beschwerden der Einwohner. Auch die Partei Coalición Canaria (CC), die die Opposition im Rathaus von Santiago del Teide bildet, kritisierte die Zustände für die Bürger als unzumutbar und forderte Bürgermeister Emilio Navarro (PP) auf, zu handeln. Durch das Zermahlen von Gestein in dem mobilen Schotterwerk, das am Ortsrand aufgebaut wurde, wird Santiago del Teide seit Wochen in eine Staubwolke gehüllt, was zu einer Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung geworden sei, monierte CC.

Mitte Juli wandte sich Bürgermeister Navarro mit der Bitte an das regionale Straßenbauamt und das Bauunternehmen, umgehend Maßnahmen zu ergreifen, um die Staubentwicklung zu minimieren. Als Reaktion wurde das Schotterwerk ein Stück weit versetzt sowie eine Berieselungsanlage installiert, um die Staubbelastung durch Befeuchtung zu reduzieren. Auch in der Anlage zur Herstellung des Betons, die besonders viel Staub produziert, wurde eine Befeuchtung eingerichtet, die verhindern sollte, dass die Staubwolke bis in den Ort zieht. Bedauerlicherweise zeigten die umgesetzten Maßnahmen bislang nicht den erwarteten Erfolg.

Die dritte Bauphase des Schnellstraßenrings, bekannt als „anillo insular“, begann am 25. November 2019 und umfasst einen 11,3 Kilometer langen Abschnitt zwischen El Tanque (wo der bereits fertiggestellte Abschnitt des Rings endet) und dem fertigen Teil der Autobahn und dem „túnel El Bicho“ im Süden. Entlang der 11,3 km der dritten und letzten Bauphase des Schnellstraßenrings sind zwei Anschlussstellen vorgesehen, eine in El Tanque und eine in Santiago del Teide.

Auch der Bau der beiden parallelen, jeweils 5,1 km langen Tunnelröhren des „túnel de Erjos“ sind Teil dieses Bauabschnitts. Dieser Tunnel wird nicht nur der längste der Inseln sein, sondern ist mit 240 Millionen Euro aktuell auch das komplexeste und teuerste öffentliche Bauprojekt in Spanien.

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