Höchste Entschädigungssumme nach Verkehrsunfall


Eine Versicherung wurde vom Obersten Kanarischen Gerichtshof zur Zahlung der bislang höchsten Entschädigungssumme nach einem Verkehrsunfall auf den Inseln verdonnert.

Der Fall geht auf das Jahr 2004 zurück. Der Unfall ereignete sich bei einem Überholmanöver. Der Fahrer eines Seat Córdoba wollte den Renault des Opfers, die damals 49-jährige Esther, überholen, streifte das Auto, woraufhin beide Fahrer die Kontrolle über ihre Fahrzeuge verloren. Für den Verursacher des Unfalls verlief die Kollision glimpflich, während Esther schwere Verletzungen erlitt. Der Frau musste als Folge des Unfalls ein Bein abgenommen werden. Nach einem über einmonatigen Klinikaufenthalt dauerte es über ein Jahr bis sie genesen war. Der Fahrer des Seat wurde zunächst nur zu einer Strafe von 600 Euro und einem Monat Führerscheinentzug verurteilt. Seine Versicherung, die für ihn haftet, wurde vom Gericht jedoch zur Zahlung einer Entschädigung von über einer halben Million Euro an das Opfer angewiesen.

Dabei wurde der Klinikaufenthalt mit 2.199 Euro berücksichtigt, die knapp anderthalb Jahre, in denen sie aufgrund ihrer Verletzungen kein normales Leben führen konnte, mit 23.673 Euro, die Verletzungen und bleibenden Schäden mit 237.000 Euro. Des Weiteren soll die Versicherung des Unfallverursachers auch die Kosten für den Umbau ihres Fahrzeugs und ihrer Wohnung übernehmen (zusammen mehr als 104.000 Euro). Die seelischen Schäden des Opfers bewertet das Gericht mit 75.230 Euro und die Arbeitsunfähigkeit mit 165.370 Euro.

Die Versicherung hat gegen das Urteil Einspruch eingelegt und will nur 74.000 Euro zahlen, weil beide Fahrer an dem Unfall Schuld gehabt hätten. Esther hat vorerst nur 60.000 Euro erhalten.




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