Handel mit Neugeborenen aufgeflogen


Drogenabhängigen, obdachlosen Frauen wurden bis zu 10.000 Euro für ihre Säuglinge geboten

Die Guardia Civil hat auf Teneriffa sechs Personen verhaftet, die unter dem dringenden Verdacht stehen, obdachlosen, drogenabhängigen Frauen ihre Säuglinge abgekauft zu haben.

Ein 43-jähriger Mann und fünf Frauen zwischen 43 und 49 Jahren wurden von den Ermittlern festgenommen.

Angeblich war ein wohlhabendes Ehepaar aus dem Norden Teneriffas bereit, ein Neugeborenes zu kaufen, dessen Mutter heroinabhängig ist. Die finanzielle Gegenleistung sollte in etwa 10.000 Euro betragen. Die gefälschte Adoption konnte von der Polizei rechtzeitig verhindert werden.

Im Zuge der Ermittlungen war die Polizei zunächst einer Person gefolgt, die unter den Obdachlosen in Santa Cruz Ausschau nach Schwangeren hielt, diesen den Handel anbot und den Kontakt mit den potentiellen Käufern herstellte. Eine heroinabhängige Prostituierte ließ sich auf das Geschäft ein. Als der Geburtstermin näher rückte, ließen die Ermittler die Frau nicht mehr aus den Augen. Kurz vor der Entbindung wurde in der Uniklinik ein Drogenhändler festgenommen, der versucht hatte, ihr eine Heroindosis zu verkaufen. Die Mutter wurde unmittelbar nach der Niederkunft festgenommen, ebenso das Ehepaar, dem das Kind übergeben werden sollte. Bei dem Neugeborenen wurden Entzugserscheinungen festgestellt, es befindet sich jedoch laut dem Sozialamt, in dessen Obhut es gegeben wurde, außer Lebensgefahr.

Auch das Baby einer zweiten Drogenabhängigen, die im Zuge dieses Ermittlungsverfahrens verhaftet wurde, befindet sich mittlerweile in der Obhut des Sozialamtes.




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