Hafenprojekt in Puerto de la Cruz nicht in Gefahr


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Firmenkonsortium Entelo ausgestiegen

Ende April wurde ein offenbar von der Inselverwaltung von Teneriffa und der Hafenbehörde gehütetes Geheimnis öffentlich, das die Befürchtung einer erneuten Verzögerung des Projektes für Puertos neuen Hafen aufkommen ließ.

In einem Radiointerview des lokalen Senders Teide-Radio erklärte Los Realejos’ Bürgermeister Manuel Domínguez (CC), der für seine Partei am 24. Mai für den Posten des Cabildo-Präsidenten kandidiert, das Firmenkonsortium Entelo sei bereits vor Monaten abgesprungen. Im Vorfeld der Wahlen nutzte der Politiker die Gunst der Stunde, um festzustellen, dass mit dem Bau des neuen Hafens auf keinen Fall wie geplant im September begonnen werden könne, weil die dafür notwendigen Voraussetzungen unmöglich in den nächsten Monaten geschaffen werden können. Domínguez sprach von der Übertragung der Zuständigkeit an das Cabildo, was eine Gesetzesänderung erforderlich mache, von der fehlenden Umweltverträglichkeitsstudie, dem Projekt an sich und natürlich einem festen Budget.

Einzelheiten zu dem Rückzug von Entelo wurden nicht bekannt. Allerdings meldete sich Cabildo-Präsident Carlos Alonso (CC) zu Wort, um zu versichern, dass das Ausscheiden von Entelo aus dem Projekt in keiner Weise den Zeitplan für den Hafenbau beeinflussen werde. Entelo wäre für den Ausbau des Hafengebiets auf dem Gelände des Parque Marítimo (heute der große Parkplatz am Hafen) zuständig gewesen. Alonso erklärte, dass bereits andere Investoren Interesse am Bau des Geschäfts- und Freizeitzentrums des neuen Hafens gezeigt hätten.

Der Cabildo-Präsident betonte außerdem, dass die Inselverwaltung längst mit der Hafenbehörde vereinbart hätte, den Bau des Hafenbeckens einschließlich Mole und Anleger in einer ersten Bauphase noch vor dem Ausbau des Hafengebiets an Land zu beginnen. Somit werde der Ausstieg von Entelo keinen Einfluss auf den Baubeginn haben. „Die Investition in ein Einkaufs- und Freizeitzentrum wird erst beginnen, wenn der Hafenbau schon weit fortgeschritten ist, vermutlich erst zwei bis drei Jahre nach Baubeginn, weshalb kein Grund besteht, den Beginn der Bauarbeiten zu verschieben“, sagte er. Es soll nun 2016 losgehen. Im Juli letzten Jahres hieß es bei der offiziellen Projektpräsentation noch, dass die Bauarbeiten zwischen Mitte und Ende 2015 beginnen würden und der Hafen bis 2020 fertig sein würde.

Das Firmenkonsortium Entelo setzt sich aus den Unternehmen Eneas Real Estate, Gestio i Serveis Trade Center und weiteren zwei katalanischen Firmen zusammen. Außerdem ist das Cabildo von Teneriffa über das Unternehmen Teleférico del Teide daran beteiligt. Das von Entelo für den Landbereich des neuen Hafens vorgelegte Projekt erhielt seinerzeit den Zuschlag der Hafenbehörde der kanarischen Regierung für den Bau der Infrastruktur. Im Mai 2013 wurde die Verwaltungskonzession für den Bau und die anschließende Bewirtschaftung der Hafenanlage bei Puertos Canarios eingetragen.

Der Bau des neuen Hafens von Puerto de la Cruz, über dessen Projekt seit Jahrzehnten diskutiert wird, soll 92 Millionen Euro kosten. 60 Millionen Euro wird allein der Bau des Hafenbeckens, der Mole und der Anleger für Fischerboote, Jachten und Fähren kosten. Dieser Betrag wird von den Institutionen Kanarische Regierung und Cabildo finanziert. Entelo hatte geplant, 32 Millionen Euro in den Ausbau der Landseite zu investieren.

„Der zukünftige Hafen darf nicht zum Wahlkampfinstrument werden“

Puertos Bürgermeisterin Sandra Rodríguez (CC) meldete sich infolge der Äußerungen von Manuel Domínguez ebenfalls zu Wort und versicherte, dass die Finanzierung des Hafenbaus durch öffentliche Mittel gewährleistet sei. Sie bedauerte die Äußerungen ihres Amtskollegen aus Los Realejos, die Zweifel an der fristgerechten Umsetzung des Projektes aufkommen ließen. Damit wende sich Domínguez gegen den gesamten Norden Teneriffas und zerstöre den erzielten Erfolg. Der zukünftige Hafen von Puerto dürfe nicht als Instrument oder gar Waffe im Wahlkampf eingesetzt werden, mahnte Rodríguez. Dieses Projekt wiege schwerer als politische Differenzen, was beim letzten Treffen der Bürgermeister des Nordens am 8. April deutlich geworden sei. Bei diesem Treffen waren Bürgermeister verschiedener Gemeinden übereingekommen, dass sowohl die kanarische Regierung als auch das Cabildo von Teneriffa sich stärker für die Umsetzung der Hafenpläne in Puerto de la Cruz engagieren müssen, da dieser Hafen der zukünftige Wirtschaftmotor des Nordens sein wird. Der neue Hafen von Puerto de la Cruz mit Anlegestellen für Fischerboote, Sportboote und Kreuzfahrtschiffe sei ein Zukunftsprojekt, auf dessen Umsetzung Puerto de la Cruz beharren werde, egal welche politische Partei die Wahl gewinnt, erklärte Rodríguez.




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