Hafenbau in Garachico macht Fortschritte


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Der Fischer- und Sporthafen soll bis Ende 2011 fertig werden

Wenn der Besucher kurz vor Garachico den Straßentunnel verlässt, dann kann er sehen, wie sehr das ambitionierte Projekt des neuen Hafens von Garachico schon vorangekommen ist.

Auf dem Vorplatz werden Betonquader gegossen, die von einem Lauf- und einem Hebekran im Meer versenkt werden, um das wichtigste Element, die Schutzmole, zu errichten. Diese hat schon eine Länge von 250 Metern erreicht, das sind knapp 43 % der geplanten 600 m. Dafür wurden etwa 4.800 Betonquader in verschiedenen Größen von 5, 15 oder 60 Tonnen verbaut. Für die Unterwasserfundamente sind bisher nochmals über 10.000 dieser Blöcke versenkt worden.

Die Arbeiten liegen gut im Zeitplan, so dass man bis Ende 2011 damit fertig zu werden hofft. Von Dezember bis Februar musste die Konstruktion der Mole wegen des starken Seegangs unterbrochen werden, doch das war eingeplant, und man konzentrierte sich dann eben auf die Arbeiten am Vorplatz.

Die Hauptmole wird durch eine Gegenmole von 130 m Länge ergänzt und das Hafenbecken durch eine 100 m-lange Zwischenmole in einen Fischer- und einen Sportbereich unterteilt werden. Das Becken des Fischerhafens wird mit 9.500 qm Fläche für etwa 40 Fischerboote Platz bieten sowie, an der Mole, für 29 größere Schiffe.

Der Sporthafen wird mit 20.000 qm Fläche doppelt so groß und bietet dann 161 Anleger für Boote von 8 bis 15 m Länge. Größere Boote sowie Ausflugsschiffe finden ihren Platz an der Außenmole.

Auch ein Fährschiffanleger für Schiffe bis 70 m ist vorgesehen, und es gibt Gerüchte, dass FredOlsen darüber nachdenkt, seine Fährverbindung nach La Palma von Los Cristianos nach Garachico zu verlegen, da der Seeweg von da aus kürzer ist. Das würde der Firmenphilosophie entsprechen, immer die schnellste Seeverbindung zu wählen. Der Hafen soll außerdem mit Spazierwegen und Bänken ausgestattet werden.

Ein Blick zurück

Vor über 300 Jahren besaß Garachico den größten und wichtigsten Handelshafen Teneriffas, bis der Vulkanausbruch von 1706 nicht nur die Stadt zerstörte, sondern auch das Hafenbecken verschüttete. Die Handelsschiffe mussten danach nach Puerto oder Santa Cruz ausweichen. Puerto de la Cruz, damals noch „Puerto de la Orotava“ genannt, bot aber kaum Schutz vor den rauen Winterstürmen, und größere Schiffe mussten draußen auf Reede bleiben.

Dass Teneriffas Nordküste nach über 300 Jahren nun wieder einen richtigen Hafen bekommt, ist vor allem dem inzwischen pensionierten Bürgermeister von Garachico, Lorenzo Dorta, zu verdanken. Schon vor der Einführung der Demokratie erreichte er bei der Regierung von Adolfo Suárez, dass in der Bucht von Las Aguas, an derselben Stelle wie heute, mit ersten Arbeiten begonnen wurde. 1983 aber ließ die neue Regierung von Felipe González das Projekt stoppen. Daraufhin machten die Bewohner mit Dorta an der Spitze einen Protest- und Schweigemarsch zum Cabildo in Santa Cruz. Doch erst 1990 wurden die Planungen wieder in eine Zukunftsstudie aufgenommen. 1998 kam dann eine Machbarkeitsstudie, und ein Jahr darauf wurden die technischen Pläne ausgeschrieben. Daraufhin beauftragte man die Universität Aalborg (Dänemark) mit einer Studie der Wellen und der Strömungen in der Bucht von Las Aguas.

Der endgültige Startschuss erfolgte im August 2008 mit der Festlegung des Etats auf 33 Millionen Euro und der Bauzeit auf 34 Monate sowie der Erteilung der Aufträge an ein Konsortium von Baufirmen. Der Beauftragte für öffentliche Bauten der Inselregierung, Juan Ramón Hernández, ist zufrieden mit dem Fortgang der Arbeiten und meinte, dass dieses Projekt der Entwicklung der „Isla baja“ einen starken Impuls geben wird und nannte es „von allgemeinem Interesse für die Kanarischen Inseln“.




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