Häuser-TÜV ausgesetzt


Die umstrittene Technische Gebäude-Inspektion ITE soll angepasst werden

Nach massiven Protesten der Haus- und Wohnungseigentümer von Santa Cruz ist die Durchführung der umstrittenen Technischen Gebäudeinspektion ITE ausgesetzt worden, bis die zugehörige Verordnung überarbeitet worden ist.

Zwei Monate wird dies nach Einschätzung des für die Stadtplanung in der Inselhauptstadt zuständigen Stadtrates José Ángel Martín dauern. Er besteht darauf, dass dies nicht aufgrund der vielfachen Kritik der Anwohner oder der finanziellen Probleme, welche sich für viele Familien ergeben haben, geschieht, sondern, dass „es sich um eine lebendige Regelung handelt, die Veränderungen unterliegt“.

Cristina Tavio, die Sprecherin der Partido Popular in Santa Cruz hält die Aussetzung des ITE dagegen angesichts der bevorstehenden Kommunalwahlen am 24. Mai für eine Wahlkampfmasche. Pedro Fernández Arcila, Stadtrat für die Partei „Sí se puede“, wiederum sieht darin einen Triumph der Bürgerbewegung, die sich gegen den ITE formiert hat.

In den bevorstehenden Prozess der Novellierung der Verordnung sollen alle politischen Gruppierungen, Berufsgenossenschaften des Baugewerbes und die Anwohner einbezogen werden. Eine wichtige geplante Änderung ist die unterschiedliche Behandlung von Eigenheimbesitzern und Hauseigentümergemeinschaften. Für Erstere ist die finanzielle Belastung durch die Inspektion höher, weil sie von nur einer Partei zu tragen ist. Deshalb soll dieser Gruppe mehr Zeit eingeräumt werden, die Überprüfung durchzuführen. Eine weitere Änderung bezieht sich auf Stadtviertel, wie beispielsweise La Salud, von denen der Stadtverwaltung schon bekannt ist, dass dort die meisten Gebäude in schlechtem Zustand sind und die ITE nicht bestehen können. In diesen Fällen wird das Ayuntamiento ohne Prüfung einen negativen Bescheid ausstellen und die Aufnahme dieser Gebäude in staatliche Renovierungsprogramme beantragen. Stadtplanungsrat Martín widersprach Gerüchten, die ITE erfordere eine Erneuerung aller Strom- und Wasserleitungen. Es handle sich um eine Prüfung der strukturellen Sicherheit, für die dies nicht erforderlich sei.




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